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Kirche in WDR 4 | 30.10.2021 | 08:55 Uhr

Kinoverkündigung

"Ich akzeptiere… ich hab doch schon akzeptiert, verdammt, das darf doch nicht wahr sein! Ja, ich akzeptiere… ist mir doch egal, ich hab kein Privatleben… Hallo, ja? Wer ist da? Woher haben Sie meine Nummer? Was wissen Sie sonst noch über mich? […] Ganz genau, ich sammle Schneekugeln."

Einerseits eine skurrile, witzige Szene, andererseits doch etwas bedrohlich: Klar, im Internet klicken viele leichtfertig und "akzeptieren" Bedingungen, die sie nicht kennen. Und irgendwie weiß man, dass man damit seine Daten verkauft. Für immer. Das Internet vergisst nie. Das kann auch zur Bedrohung werden – zum Beispiel nach einem One-Night-Stand, an den man sich nicht erinnert.

"Aber das ist noch nicht alles, ich hab da nämlich ein kleines Video gedreht. – Was soll das heißen, ein Video? [Geräusche] – Das werden Sie sofort löschen – das ist leider nicht möglich – wieso ist das nicht möglich? – Weil das ein Sextape ist. Wenn ich dich erpressen will, kann ich es nicht löschen."

Das Internet – ein Ort, wo alle sind, an dem aber auch Gefahren lauern.

Seit dieser Woche läuft "Online für Anfänger" der Regisseure und Autoren Benoît Delépine und Gustave Kervern im Kino. Im Mittelpunkt stehen Leute, die mit dem Internet so ihre Probleme haben: Bertrands Tochter wird wegen eines Sex-Videos gemobbt, die Taxifahrerin Christine bekommt auf einem Bewertungsportal immer nur einen Stern, Marie wird wie eben gehört mit einem kompromittierenden Film erpresst. Alle drei sind in der durchdigitalisierten Welt irgendwie auf der Verliererseite gelandet. Aber: Sie lassen sich nicht unterkriegen und kontaktieren einen Hacker, der sich "Gott" nennt.

"Wir haben drei Probleme. – Drei Probleme? Das macht drei Bitcoins. Aber wir haben kein Geld, somit vier Probleme. – Ah, Gott ist gnädig, Gott wird alles für euch regeln. Er hat jede Menge Bitcoins."

Die liebenswerten Looser stehen also auf und wollen den Internetriesen auf den Leib rücken. Aus der Geschichte, die als Sozialdrama beginnt, wird eine turbulente Komödie, bei der nicht immer klar ist, wer hier eigentlich im Fokus der Satire steht: Sind es die allmächtigen Tech-Konzerne oder das Häufchen Naiver, die allzu unbeschwert mit ihrer digitalen Identität umgegangen sind? So oder so: An Fahrt mangelt es dem Streifen nicht. Dafür gab es auf der Berlinale 2020 einen Silbernen Bären.

"Fickt die Internetriesen, fickt sie, fickt sie! Gebt unseren Freunden ihre Daten zurück, fickt euch!"

Die digitale Welt hat längst unseren Alltag erobert: Computerstimmen sind vollwertige Lebensbegleiter geworden, der Kühlschrank denkt für uns mit, ein größer werdender Teil unserer Identität hängt an sozialen Netzwerken. Da besteht leicht die Gefahr, sich zu verlieren, hineingesogen zu werden in einen Strudel aus Algorithmen, der die zahlreichen Chancen des Internets mit sich reißt. Da hilft es, sich selbst zu vergewissern: Dass niemand nur von schematischen Bewertungen der digitalen Visitenkarte abhängt. Sondern dass den Menschen in seiner Individualität und Komplexität kein digitales Muster abbilden kann. Einen Schritt zurücktreten kann helfen, offen für den Menschen in seiner Ganzheit zu sein.

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