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Sonntagskirche | 20.03.2022 | 08:55 Uhr

Frühlingsgefühle

Guten Morgen!

Laut Kalender starten wir mit dem heutigen Sonntag in den Frühling. Glaubt man den Wetterfröschen, war der meteorologische Frühlingsanfang allerdings bereits am 1. März. Wie dem auch sei. Jetzt sind wir also wieder mittendrin in dieser schönen, leichten, beschwingten und aufblühenden Zeit. Der Winter ist Geschichte, und es ist Zeit, den dicken Parka gegen die leichte Übergangsjacke einzutauschen.

Unser Hund streckt den Kopf nach oben und lässt sich den Wind um die Nase wehen. Ob er den Frühling erschnuppert und jetzt auch Frühlingsgefühle bekommt? Da dies unser zehnter Frühling ist, den wir gemeinsam verbringen dürfen, würde ich sagen: Unserem Hund ist die Jahreszeit ziemlich schnuppe. Er liebt den Schnee im Winter und im Sommer das Meer. Im Frühjahr das Herumtollen im Sonnenschein und im Herbst die Blätterjagd. Ansonsten ist er gutmütig und durch nichts - oder sagen wir mal: fast nichts - aus der Ruhe zu bringen. Denn: Was Itthai – unser Golden Retriever - überhaupt nicht mag, ist Wasser von oben. Regen kann er nicht ausstehen. Da kann er dann schon mal richtig bockig werden und massiv dafür sorgen, dass es möglichst schnell wieder nach Hause und auf die Kuscheldecke geht.


Also, Frühlingsgefühle habe ich in den zehn Jahren bei Itthai bisher nicht festgestellt. Eher bei Zweibeinern, denen wir bei unseren Frühlingsspaziergängen begegnen. Ein Blick in die Augen von unserem cremefarbenen 30-Kilo-Charmeur und es ist um die Spaziergänger geschehen. „Dürfen wir ihn mal streicheln?“, fragen Alt und Jung, Männlein und Weiblein. Menschen im Rollstuhl und Jogger. Ein Blick in Itthais Augen und die Glückshormone scheinen nur so zu sprudeln. Sie blühen regelrecht auf. Ich frag mich: Wie macht er das eigentlich, dass alle danach geradezu „besoffen“ aussehen? Er schafft es jedes Mal, den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Sicher liegt das nicht nur an der Jahreszeit.

Es wäre doch toll, stelle ich mir vor, wir könnten eine ähnlich leichte Gangart miteinander an den Tag legen. Stattdessen gehen wir verbal und manchmal auch körperlich aufeinander los. Hetzen in den sozialen Netzwerken und lästern mal über den einen Politiker mal über den anderen Sportler ab, der uns mit seinen Aussagen oder seinem Verhalten auf die Nerven ging. Weshalb gehen wir immer gereizter miteinander um, frage ich mich. Woher kommt diese Aggressivität?

Ich will von unserem Vierbeiner lernen und meinen Mitmenschen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Ich möchte erleben, wie wir aufblühen. Ein freundliches „Guten Morgen“. Nicht immer alles gleich so bierernst nehmen, wenn da einer mal komisch guckt, mir die Vorfahrt nimmt oder einfach nur Stuss in der Talkshow zum Besten gibt.


Ich will den Frühling an mich heranlassen und die Eiszeit beenden. Itthai mit seiner bedingungslosen Liebe ist mir da ein echtes Vorbild. Er geht auf jeden Zweibeiner mit derselben Begeisterung zu, schwanzwedelnd und mit seinen unwiderstehlichen Knopfaugen. Das kann ich von meinem Hund lernen: jede und jeden vorurteilslos so annehmen, wie sie oder er ist. Vielleicht machen Sie ja mit, und wir blühen gemeinsam auf.



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze


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