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Kirche in WDR 4 | 04.03.2022 | 08:55 Uhr

Krieg in der Ukraine

Wenn ich, wie wohl Sie auch, jetzt jeden Tag mehrfach an die Menschen in der Ukraine denke, gehen meine Gedanken auch zurück ins Jahr 1981, Vor gut vierzig Jahren hielt der Dichter Lew Kopelew eine Rede, als er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten hatte. Diese Worte des Schriftstellers haben mich damals tief bewegt, und sie gelten bis heute für mich als wegweisend für die Dramatik von Krieg und Frieden. Lew Kopelew ist in Kiew geboren und in Köln gestorben. 198o lud ihn sein Freund Heinrich Böll zusammen mit seiner Frau zu einem Besuch ein. Obwohl ihm zugesichert worden war, in die Sowjetunion zurückkehren zu dürfen, wurde er Anfang 1981 plötzlich ausgebürgert. Heinrich Böll nahm das Ehepaar sogleich in seiner Wohnung auf.

Damals lebte ich ganz in seiner Nähe, als Kaplan in der Pfarrei Sankt Agnes in der Kölner Innenstadt. Persönlich bin ich weder Lew Kopelew noch Heinrich Böll begegnet, beschäftigte mich aber mit ihren Werken und Worten.

In seiner Friedenspreisrede von 1981 sagt Lew Kopelew: Zitat "Kriege und Kriegshelden wurden meist wort- und farbenreicher geehrt als Friedenshüter und Friedensstifter. Die antiken Musen bewunderten den Zorn des Achilles, den schlauen Odysseus. ... Krieger hatten bei den Dichtern mehr Erfolg als die stille Iris, die Göttin des Friedens. Heraklit lehrte: Der Krieg ist der Vater aller Dinge, und Nietzsches Zarathustra verkündete: Ihr sollt den Frieden lieben als Mittel zum neuen Krieg". Zitat Ende.

Dieser Sicht auf die Bedeutung des Krieges setzt Lew Kopelew nun in seiner Rede die Perspektive des Friedens gegenüber. Zitat "Das wahre, mutige Wort der Dichter und Pastoren, der Denker und der Berichterstatter - das Wort aller tapferen Friedenskämpfer - ist eine Waffe des Friedens. Die Friedensbotschaft der Bergpredigt, die Liebe selbst zu den hassenden Feinden verkündet, erklang zuerst nur für wenige Hörer, wurde nur von einigen hundert Hirten, Fischern, Bauern und frommen Schülern gehört; von den armen, leidenden, erniedrigten, wehr­losen Menschen in einem winzig kleinen Lande. Seitdem erreicht diese Botschaft hunderte Millionen Menschen aller Kontinente, aller Stände und Rassen; und kein Kriegslärm, keine Hasspredigten konnten sie über­tönen. Eindeutig sind diese Worte der Liebe und des Friedens". Zitat Ende. Mir schenkte diese Rede Zuversicht, genau wie die Worte Jesu in der Bergpredigt. Selig, die auf Gewalt verzichten, sie werden das Land erben. Selig, die Frieden stiften, sie werden Kinder Gottes genannt. So beten wir in unserer Gemeinde jeden Mittag um 12 Uhr, jede und jeder für sich, wo sie oder er gerade ist, für und mit den Menschen in der Ukraine.

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