Aktuelles

Beiträge auf: wdr4 

evangelisch

Kirche in WDR 4 | 05.04.2022 | 08:55 Uhr

Suchen und Finden

Guten Morgen,

Kennen Sie das, wenn man etwas verzweifelt sucht und nicht findet?

Es gibt Vieles, wonach man suchen kann.

Einen Schlüssel.

Eine Telefonnummer.

Ein weggelaufenes Haustier.

Den Lieblingsschnuller des Kindes.

Einen Partner.

Ein Zuhause.

Geborgenheit.

Glück.

Gesundheit.

Eine Arbeit.

Nach einer Lösung.
Nach den richtigen Worten.

Nach Frieden.


Nicht immer werde ich fündig.

Und alles kann ich vielleicht auch gar nicht finden.

Manches scheint verloren.


Und manches taucht aus heiterem Himmel wieder auf. Oft genug an Orten, wo ich gar nicht gesucht hatte.


Das sind ganz häufig die besten Geschichten.


Und wenn ich dann etwas gefunden habe, wonach ich lange gesucht habe, dann ist das unheimlich erleichternd, ja manchmal erlösend.


So geht´s mir auch mit meiner Suche nach Gott.


Er begegnet mir oft da, wo ich ihn nicht erwartet habe. Wo ich nicht nach ihm gesucht habe.


An der gefährlichen Kurve auf meinem Weg zur Arbeit. Wo ein Holzkreuz an der Landstraße steht, mit einem Vornamen drauf und einer Jahreszahl. Wo jede Woche frische Blumen hingelegt werden.


Beim Bäcker, wenn die Verkäuferin trotz langer, langer Warteschlange mit aller Geduld und Liebe die ältere Frau fragt, wie es denn heute so geht.


Auf meiner Mailbox, wo meine gute Freundin nun schon zum wiederholten Mal drauf gesprochen hat, dass sie einfach nur ´nen Gruß dalassen will. Und mir Mut macht, dass wir es bestimmt bald schaffen, uns zu sehen.


Manchmal finde ich Gott auch erst im Nachhinein.


Da wird mir erst eine ganze Weile später klar: Er war da. Er hat mich nicht alleingelassen. Er hat mir einen Menschen an die Seite gestellt, der mich getröstet hat. Oder hat mir einen Gedanken gegeben, auf den ich lange nicht kam. Er hat mir Frieden ins Herz gelegt, wo lange kein Platz dafür war.


Manchmal, da suche ich Gott bis heute.

In mancher Nachrichten-Eilmeldung, die auf dem Handy aufleuchtet, such ich ihn.

In mancher Lebensgeschichte, die mir als Seelsorgerin erzählt wird, suche ich nach ihm. Und find ihn nicht.


In der Bibel ist vom Suchen und Finden die Rede.


An einer Stelle heißt es: Jesus selbst ist gekommen, um zu suchen und zu finden. Er geht verlorenen Seelen nach. Er rettet Menschen und Tiere.


Dieser Gedanke tröstet mich ungemein.

Dass Gott sich anrühren lässt von meiner Suche, und ich ihm nicht egal bin. Dass niemand ihm egal ist.

Dass bei aller Verzweiflung, die in mir in mancher Suche aufsteigt, und bei allem Unverständnis, das in mir wächst, wenn ich nicht finde,

und bei jeder Träne, die ich weine ums Verloren geglaubte

dass bei alledem einer da ist und mit sucht.

Und am Ende auch das festhält, was ich verloren habe.


Denn es gibt vieles, was noch gefunden werden will in dieser Welt.


Besonders da, wo ich schon verzweifelt die Suche aufgegeben habe:


Wo mich das Suchen den letzten Nerv gekostet hat und so manche schlaflose Nacht

Wo mich das Suchen traurig und bitter werden lässt –

Wo ich mich selbst verloren habe.


Ich wünsche Ihnen, dass Sie in Ihrem Suchen und Finden nicht allein sind.


Ihre Pfarrerin Anne Wellmann aus Tönisvorst.


Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen