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Kirche in WDR 4 | 21.06.2022 | 08:55 Uhr

On the road again

Sie ist fast 100 Jahre alt und startet einen 100 Kilometer-Marathon. Schon wieder. Im letzten Jahr hat sie es geschafft. Jetzt, mit 98 Jahren, geht Marietheres Wübken es erneut an. Und Frau Wübken stammt hier aus meinem Wohnort Nottuln. Vier Kilometer am Tag - es ist eine ganz eigene Marathonkategorie, die sie entwickelt hat. Ein „Muss-ja-Marathon“.

Das ist nämlich ihr Kommentar, wenn sie gefragt wird, warum sie das macht: „Muss ja“. Und sie meint damit, dass sie nicht einrosten will, körperlich nicht und vor allem soll ihre Seele nicht einrosten in Sachen Mitgefühl. Frau Wübken fühlt mit. Für sie ist es selbstverständlich, jede Gelegenheit zu nutzen, die sich ihr bietet, um sich für andere einzusetzen.

Im letzten Jahr startete sie ihren Spendenlauf mit dem Ziel, 1830 Euro zu sammeln. Denn davon können 100 Kinder in Afrika ein Jahr lang Mittagessen. Ihr erster „Muss-ja-Marathon“ hat so hohe Wellen geschlagen, dass ganze 80.000 Euro zusammengekommen sind. Davon können über 2000 Kinder in Malawi und Liberia zwei Jahre lang eine warme Mahlzeit bekommen.


Bewundernswert, oder? Ich jedenfalls ziehe meinen Hut vor Frau Wübken. Inzwischen ist sie nicht nur in Nottuln eine kleine Berühmtheit, denn die Medien haben schon viel über sie berichtet. Die Kommentarspalten sind voller Lob über diese Frau, die sich so unmüdlich einsetzt. Aber hier und da lese ich auch Kritik. Warum sie denn für Kinder in Afrika sammle? Ob es denn nicht hier bei uns auch genug Not gäbe?

Solche Kommentare machen mich fassungslos. Diese gemütliche „Ja-Aber-Haltung“ an der Computertastatur ist das Gegenteil von Frau Wübkens tatkräftigem „Muss ja-Lauf.“


Natürlich gibt es Not auf vielerlei Arten und an allen Orten dieser Welt. Und Gott sei Dank gibt es nicht nur Frau Wübken. Überall lassen sich Menschen anrühren, setzen sich ein. Aber das braucht es eben auch. Die Bereitschaft, sich anrühren zu lassen, sich in Bewegung zu setzen. Der Marathon ist nur die Maßeinheit. Das Mitgefühl aber ist die Motivation für solch einen Einsatz.


Es gibt im Alten Testament einen Satz, in dem der Prophet Ezechiel ausrichtet, was Gott für uns in Sachen Mitgefühl im Sinn hat. Da heißt es: „Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.“ Für mich heißt das: Mensch, lass Dich nicht abhärten! Lass nicht zu, dass Dir die anderen egal werden.

Mitgefühl liegt in unserer DNA. Die allermeisten Menschen sind dazu fähig und wenn jeder sein eigenes „Muss-Ja-Feld“ beackern würde, wie Frau Wübken es tut, dann wäre einiges gewonnen.

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