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Kirche in WDR 4 | 26.09.2022 | 08:55 Uhr

Prost, Welt!

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja. Und vor ein paar Wochen, da hatte ich ein ganz besonderes Wochenende. Ich bin nämlich mit 55 Kindern und 15 Erwachsenen weggefahren. Die Kinder sind in diesem Jahr in der Kölner Agneskirche zur Kommunion gegangen. Und die Erwachsenen haben sie bei der Vorbereitung auf diesen Tag begleitet. Und normalerweise wären wir im Frühjahr weggefahren, also vor der Erstkommunion. Aber wegen Corona hat das damals nicht geklappt. Daher haben wir die Fahrt in den Spätsommer verschoben.

Und was soll ich sagen? Es war herrlich. Vor allem der Samstagnachmittag. Da haben die Erwachsenen für die Kinder verschiedene Angebote vorbereitet. Zwei haben mit Kindern neue Spiele ausprobiert. Eine Frau hat Yoga für Kinder angeboten. Eine Gruppe ist in den Wald gegangen, hat dort Blätter und Gräser und Äste gesammelt und daraus kleine Kreuze gebastelt. Eine Gruppe hat Brote gebacken. Andere Kinder haben aus einem riesigen Berg Trauben mit den Füßen den Saft herausgepresst. Die Füße haben sie natürlich vorher gewaschen. Aber: Das war besonders witzig. Und zwei andere Gruppen haben sich die Geschichte von Zachäus angeschaut, dem Zöllner in der Bibel. Und die Szenen mit Playmobilfiguren nachgestellt.

Die Geschichte geht ja so: Zachäus ist ein kleiner Mann. Wenn er mal was sehen will, stehen Leute vor ihm und versperren ihm die Sicht. Außerdem ist er extrem unbeliebt. Denn wie alle Zöllner hat er damals im Namen der verhassten Römer Steuern eingetrieben. Und dabei für sich eine erkleckliche Provision abgezweigt. Und die Leute übers Ohr gehauen. Jetzt kommt Jesus in die Gegend. Auch Zachäus will ihn kennen lernen. Aber wie immer sieht er nichts. Die Leute sind zu riesig. Und er zu klein. Da hat er eine Idee: er klettert auf einen Baum, Jesus sieht ihn – und nicht nur das: er lädt sich bei Zachäus zum Essen ein.

Das haben manche Kinder ungerecht gefunden: Wie kann Jesus diesen Betrüger noch durch seinen Besuch belohnen? Müsste er ihm nicht eine ordentliche Standpauke halten? Tja.

Am Sonntag haben wir dann zusammen Gottesdienst gefeiert. Draußen, auf einer Wiese, im Schatten unter einem Baum. In der Mitte die Brote und die Kannen mit dem Traubensaft. Und auf einmal habe ich kapiert, dass der Zachäus ja auch so eine Art Kommunion gehabt hat, als der mit Jesus zusammen gegessen hat. Denn in dem Moment, als sie beide zusammen essen kann Zachäus sein Leben ändern. Als er quasi in sein Brot beißt – so stelle ich es mir vor – da will er Schluss machen mit all dem Lug und Betrug. Und die Kinder haben glaube ich gespürt, dass diese Welt schon ganz cool ist, in der Gott das schafft, was jedenfalls mir total schwerfällt: Nämlich niemals einen Menschen aufzugeben. Selbst den größten Drecksack nicht. Und als wir das kapiert haben, da haben wir dann nach dem Gottesdienst auch unsere Brote geteilt und den Saft ausgetrunken. Und auf diese Welt angestoßen, denn die ist genau deswegen doch ziemlich schön. Nicht nur an diesem Montagmorgen.

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