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Kirche in WDR 4 | 22.10.2022 | 08:55 Uhr

Der erste Feiertag

Guten Morgen!

Heute ist Samstag, der siebte Tag der Woche; morgen, am Sonntag, beginnt eine neue. Das zumindest ist die jüdisch-christliche Zählweise. Sie orientiert sich an der Schöpfungserzählung der Bibel, und die erzählt vom siebten Tag der Woche, dem Urbild des Feiertags, folgendes:


Sprecher(in): Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag. So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer. Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte. (Die Bibel, 1. Mose 1,31–2,3)


In der Ruhe liegt die Vollendung, sie ist das Ziel der Schöpfung. Ein starker Gedanke! Die Frucht ist nicht dazu geschaffen, ausgepresst zu werden, das Tier nicht, um den Wagen zu ziehen, die Erde nicht, um gepflügt zu werden, der Mensch nicht, um an die Arbeit zu gehen. Alles ist sehr gut, wie es geschaffen ist; und es ist da, um zu sein. Nicht um irgendwelchen Zwecken zu dienen. Der Mensch, die Welt, sie kommen erst in der Ruhe zu Sinn und Verstand. Gott ruht, weil Ruhe sein muss. Sie ist heilig. Sie ist ein Segen. Darum gebietet Gott dem Menschen, es ihm gleichzutun. Das Gebot, den Schabbat, den Ruhetag einzuhalten, ist eines seiner höchsten Gebote.


Gott sei Dank gebietet er´s! Denn als guter Rat funktioniert das mit der Ruhe nicht. Viel zu mächtig sind bei den meisten von uns die inneren und äußeren Zwänge, die uns pausenlos schuften lassen. Stark und verführerisch sind die Argumente, wir könnten es uns wirtschaftlich nicht leisten, einen Tag pro Woche zu verschenken. Viel zu laut sind die Stimmen, die Ruhe Faulheit nennen. Viel zu groß ist der Druck, dass die Maschine laufen muss.


Der freie Sonntag ist das christliche Erbe des jüdischen Schabbat. Er sei aus der Zeit gefallen, höre ich. Und darauf kann ich nur erwidern: Genau! Dazu ist er da. Aus der Zeit gefallen war der Feiertag schon immer, das ist sein Sinn – und genau dies soll er um Gottes und der Menschen willen. Er soll den Sog der Zeit unterbrechen. Er soll ein Störenfried sein.

Wohl deshalb wurde er von Beginn an ausgehöhlt und umgangen. Schon die Propheten Israels schimpfen, dass an Gottes Ruhetag Handel und Wandel getrieben werden. Der Feiertag aber soll Sand ins Getriebe des Mahlwerks streuen, das sich Stunde um Stunde, Minute um Minute, Sekunde um Sekunde dreht und aus Lebenszeit Arbeitszeit macht. In Zeiten, in denen die Grenzen und Kontrollen von Arbeitszeit immer mehr zerfließen, erst recht.


Die Natur ist nicht zur Ausbeutung geschaffen und der Mensch nicht zum Arbeitstier: Diese göttliche Idee will ich nicht aufgeben.



Einen gesegneten Tag wünscht Ihnen Annette Kurschus aus Bielefeld.



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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