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Kirche in WDR 4 | 02.12.2022 | 08:55 Uhr

Was bleibt?

Guten Morgen!


Was bleibt von mir, wenn ich einmal nicht mehr bin? Eigentlich möchte ich, wie so viele, gerne in guter Erinnerung bleiben. Ich möchte so etwas wie ein Vermächtnis hinterlassen, etwas das bleibt. Es muss ja nicht gleich in die Geschichtsbücher eingehen oder ein Denkmal sein. Aber etwas, das mit mir in Verbindung steht.


In der Bibel lese ich dann in Psalm 39:

„Gott, sieh doch, nur eine Handvoll Tage hast du mir auf Erden gegeben. Die Zeit, die mir zum Leben bleibt, ist vor dir so gut wie nichts. Nur ein Hauch ist der Mensch. Er steht mit leeren Händen da.“ (Psalm 39,6 Basisbibel)


Was bleibt von meinem Leben? Welche Spuren hinterlasse ich? Vielleicht gar keine. Vielleicht nur ganz kleine. Der Psalm zeigt mir, dass es gar nicht der Sinn meines Lebens ist, darauf zu schauen, was bleibt. Vor Gott ist ein solches Streben nach Anerkennung und Wirkung gar nicht lohnenswert.

Mein Leben hier auf der Welt, mein irdisches und materielles Leben ist verschwindend gering vor der Unendlichkeit Gottes. Nur eine Handvoll Tage habe ich angesichts der Ewigkeit. Die Zeit ist so gut wie nichts. Ein Wimpernschlag. Das kann zum Verzweifeln sein. Ist alles sinnlos? Nur Schall und Rauch?


Klar, mein Leben kann jederzeit vorbei sein. Ich weiß nicht wann. Aber ich brauche an den Tagen, die mir geschenkt sind, nichts Besonderes zu leisten. Ich darf leben. Und als Ausstattung habe ich so vieles mitbekommen, womit ich mich selbst und andere glücklich machen kann.


Und wenn ich mich umschaue, wo ich lebe, dann bin ich dankbar, für Frieden und Sicherheit Dankbar für meinen Partner, meine erfüllende Arbeit, gute Freundinnen und Freunde. Oder einfach eine heiße Tasse Tee am Abend und einer gemütlichen Decke auf der Couch. Vielleicht ermöglicht mir gerade das, in mich hineinzuhorchen. Zu entdecken, wo mein Leben hier und jetzt voll und wertvoll ist. Wo ich mit meinem Mitmenschen und mit meinem Gott im Einklang bin, wo ich mithelfe, in die Welt ein bisschen mehr Licht für alle zu bringen.


„Sieh doch, nur eine Handvoll Tage hast du mir auf Erden gegeben.“

Ich weiß nicht, wann meine Tage aufgebraucht sein werden. Aber jeder einzelne von ihnen ist wertvoll. Nein, ich muss nicht verzweifeln, weil ich weiß, dass mein Leben einmal zu Ende geht.

Und ich muss auch nicht nach der Größe meiner Fußspuren streben. Denn ich weiß, mein Weg geht weiter. Nicht auf dieser Welt. Und ich kann nicht sagen wie. Aber Gott hat es mir versprochen. Und so kann ich mich dem letzten Satz aus dem 39. Psalm anschließen:


„Ich will noch ein wenig fröhlich sein, bevor ich gehen muss und nicht mehr bin.“ (Psalm 39,14b Basisbibel)


Ihr Pfarrer Oliver Mahn aus Köln.


Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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