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Kirche in WDR 4 | 09.12.2022 | 08:55 Uhr

Gott bestechen?

Heute ist der Antikorruptionstag. Nun möchte ich mich nicht zur politischen oder wirtschaftlichen Bedeutung von Korruption äußern. Wir wissen ja, dass der Kampf gegen Korruption eine der Eintrittsvoraussetzungen eines Staates für die Europäische Union ist.

Ich stelle die Frage: Möchten wir nicht manchmal Gott bestechen? Die Älteren kennen noch den Film: Der erkaufte Himmel. Eine fromme Dame unterstützt die Ausbildung eines Priesters in einem fernen Land. Sie denkt, dieses finanzielle Engagement könnte ihr die Himmelstür öffnen am Ende ihres irdischen Lebens. Der finanziell Unterstützte verwendet die Spenden keineswegs für seine Ausbildung, sondern macht sich ein schönes Leben. Die Moral von der Geschieht: Man kann sich den Himmel nicht erkaufen, er wird geschenkt.

Machen wir es einfacher: Wie ist es denn mit den Kerzen, die wir in den Kirchen anzünden. Es gibt sie ja inzwischen nicht nur in den katholischen, sondern auch in manchen evangelischen Kirchen. In Italien sind es oft Elektrokerzen, die nach dem Geldeinwurf für eine gewisse Zeit aufleuchten.

Viele Menschen, die nicht regelmäßig sonntags zur Kirche gehen, erzählen, dass sie im Urlaub in jeder Kirche, die sie besuchen, Kerzen entzünden. Ich mache das auch, wenn ich in eine Kirche komme. Dann denke ich an die Verstorbenen unserer Familie oder an kranke Menschen. Jedem Kind ist klar: die Kerze, die ich entzünde, steht für mich und meine Bitten für zum Beispiel meine kranke Oma. Es geht also nicht darum, Gott zu bestechen, sondern ihn sozusagen mit ins Boot zu holen. Oder auch die Muttergottes hinzu zu bitten vor dem Bild der Immerwährenden Hilfe.

Die Kerzen am Adventskranz meinen dies ja auch, wie der Kinderreim ins Wort bringt: erst eins, dann zwei, dann drei dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür. "Christ, der Retter ist nah", singen wir jetzt im Advent.

Drehen wir den Gedanken einmal um: Was erwartet Gott denn von uns, wenn er seinen Sohn in die Welt schickt, geboren als Baby in der Krippe? Gott hat in dieser Welt nur unsere Nase, unsere Augen, unsere Ohren, unsere Hände und Füße, um reinzuriechen hinzuschauen, hinzuhören, mitzudenken, anzupacken, hinzulaufen, mitzufühlen. Gott hat nur uns. Das ist seine Chance oder sein Problem. Nutzen wir also die Tage des Advents! Nicht um Gott zu bestechen, sondern ihm klar zu sagen: Wir machen mit!

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