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Kirche in WDR 4 | 27.07.2023 | 08:55 Uhr

Diskriminierung und Freiheit

Guten Morgen,

darf man denn jetzt gar nichts mehr sagen? Ist jetzt alles verboten? Muss ich jetzt bei jedem Wort darüber nachdenken, ob ich irgendjemanden ausgrenze oder diskriminiere?

Das sind Sätze, die man in letzter Zeit immer häufiger hört, und ich möchte Ihnen ein alternatives Angebot machen. Ich möchte Ihnen erklären, dass weniger Diskriminierung mehr Freiheit bedeutet.


Diskriminierung bedeutet, dass Menschen ausgeschlossen werden, schlechter behandelt werden, dass ihnen abgesprochen wird, vollständig Mensch zu sein oder dass sie in unserer Gesellschaft die gleichen Rechte haben wie andere. Freiheit, das kennen wir so gut: das Recht darauf, alles zu tun, was man darf, natürlich im Rahmen des Gesetzes.


Ich selbst komme aus einer Familie, in der man ganz lange nicht zur Schule gehen durfte, weil die Menschen schwarz waren. Ich habe einen Freund, der seinen geliebten Ehemann 20 Jahre nicht heiraten durfte, weil er homosexuell ist. Ich habe eine andere Freundin, die damals noch die Unterschrift ihres Ehemannes brauchte, um für den Bundestag zu kandidieren.


Wenn ich an weniger Diskriminierung denke, dann denke ich gar nicht an Verbote, an Einschränkungen, an all das, was die Menschen nicht mehr dürfen, sondern ich denke an Freiheit. Ich denke an die Freiheit von schwarzen Menschen, zur Schule gehen zu dürfen. Ich denke an die Freiheit von geflüchteten Menschen, nicht mehr Ausgrenzung und Verfolgung zu erleben. Ich denke an die Freiheit von Frauen, ihren Beruf frei zu wählen und in unserer Gesellschaft vollständig dazuzugehören.


Wenn wir Diskriminierung nicht mehr als Verbote, als Ausgrenzung, als „nicht dazugehören“ sehen, sondern (wenn) wir Diskriminierung und Antidiskriminierungs-Politik als eine Politik der Zugehörigkeit, des Freiseins begreifen, dann macht es auf einmal Spaß, weil diese Diskriminierungsfreiheit neue Perspektiven eröffnet.

Sie ermöglicht uns neue Geschmäcker. So haben die syrischen Zuwanderer den Humus nach Deutschland gebracht, und den esse ich gerne voller Dankbarkeit. Es bedeutet aber auch neue Perspektiven im Arbeitsalltag, wenn Kolleg*innen sagen. „Ich sehe das ein bisschen anders als ihr Männer das tut.“.


Eine der bekanntesten geflüchteten Frauen der letzten Jahrhunderte war Hannah Arendt, und sie schrieb in ihrem eindrücklichen Essay: „…die Gesellschaft hat mit der Diskriminierung das soziale Mordinstrument entdeckt, mit dem man Menschen ohne Blutvergießen umbringen kann“.

Sie könnte richtiger kaum liegen, denn wenn man in einer Gesellschaft leben aber nicht lieben darf, wie man möchte, nicht sich frei bilden darf, wenn man keinen Beruf ergreifen darf und einfach nicht dazugehört, dann ist man eigentlich gar nicht wirklich da.


Wenn das nächste Mal jemand wieder Sie auffordert, ein bisschen diskriminierungsfreier zu sein, dann denken Sie daran, dass Sie anderen Menschen das echte Leben in unserer Gesellschaft erst ermöglichen.


Ich wünsche Ihnen einen guten Tag, Ihr Narku Laing aus Essen.


Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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