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Kirche in WDR 4 | 03.07.2024 | 08:55 Uhr

Trotz- und mit allem

Immer wieder höre ich Sätze wie: „Mit dem Glauben hab ich’s nicht so. Ich halte mich lieber an Fakten.“ Ich höre die, weil ich glaube und für die Kirche arbeite. Klar. Und irgendwie frag ich mich, was die Leute mir sagen wollen. Denn: Auch ich halte viel von Fakten. Also davon, dass das, was jemand behauptet, auch nachweisbar ist. Nur sehe ich zwei Probleme. Zum einen: Nicht alles, was als wahr erlebt wird, lässt sich nachweisen. „Ich weiß nicht, ob das Liebe ist“ singen Die Ärzte und Recht haben sie. Ob das, tatsächlich Liebe ist, was da jemand empfindet, das kann ja keiner beweisen. Und überhaupt: welche Fakten über die Liebe haben denn Bestand? Da kommen wir zum zweiten Problem mit den Fakten. So mancher Nachweis wackelt. Weil andere Forschende zu anderen Ergebnissen kommen zum Beispiel. Weil Fehler gemacht werden – ich sag nur Spinat und der riesige Eisengehalt. Oder auch, weil Nachweise gefälscht werden, Stichwort KI-generierte Fotos, die nicht als solche gekennzeichnet sind.

Auf Fakten zu setzen ist also wichtig – aber wir kommen nicht drumherum, kritisch nachzufragen und immer auch im Kopf zu mitzudenken: „es könnte auch anders sein.“

Und das gilt auch für Menschen wie mich, für Menschen, die an Gott glauben. Daran, dass da eben mehr ist, als man von hier aus sehen und anfassen kann. Apropos anfassen: Heute ist der Heilige Thomas seinen Gedenktag. Oft wird er der „ungläubige Thomas“ genannt. Thomas war, laut Bibel, einer der Jünger von Jesus. Und Thomas will von Jesus Beweise, als dieser einige Tage nach seinem Tod am Kreuz vor ihm steht. Thomas hatte schließlich mit eigenen Augen gesehen, wie Jesus die Lanze in die Seite gestochen wurde. Erst als er die dazu passenden Wunden an Jesus sieht, erst als er sie mit den eigenen Händen fühlt, kann er Vertrauen fassen. Und das finde ich spannend: Stimme, Aussehen, Geruch Jesu– all das dürfte Thomas doch absolut vertraut gewesen sein. Und auch die anderen drumherum waren sich ja inzwischen sicher: Das ist er höchstpersönlich und leibhaftig! Aber Thomas sucht den wunden Punkt. An den Wunden zeigt sich, dass da nicht etwa ein unverwundeter Jesus-Zwilling vor ihm steht, ein Sohn Gottes, dem bisher keiner was anhaben konnte. Sondern eben genau dieser eine und einzigartige Jesus, mit dem er so viel erlebt hat. Trotz Auferstehung sieht er: Die Wunden sind noch da. Sie gehören zu Jesus, auch jetzt, so wie auch die Verbindung zu seinen Freunden noch steht. Die Wunden sind sozusagen ins Neue integriert. Wie gut, dass er so ein kritischer Geist war, dass Thomas nochmal nachgehakt hat! Denn für diese Perspektive bin ich dem Thomas echt dankbar: Die Wunden müssen nicht komplett verschwunden sein, damit was Neues anfangen kann. Es kann ein gutes Leben trotz und mit dem geben, was uns Menschen an Verletzungen widerfährt. Das glaube ich fest.



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