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Kirche in WDR 5 | 10.06.2014 | 06:55 Uhr

Der Rat des Gamaliel

Liebe Hörerin, lieber Hörer, Lukas hat die Gründungsgeschichte der Christenheit geschrieben, so wie es junge, erfolgreiche Unternehmer unserer Tage gerne tun. Insgesamt erfolgreich, war es keine gradlinige Erfolgsgeschichte, es ging stürmisch auf und ab. Zwischen Zeiten großer Zustimmung lagen schwere Krisen, überwacht, verfolgt, vertrieben wurden die Schüler des Jesus von Nazareth. Kaum waren sie öffentlich aufgetreten, wurden zwei ihrer Führungspersönlichkeiten verhaftet: Petrus und Johannes. Sie hatten eine Menschenansammlung vor dem Tempel in Jerusalem verursacht, und das kam so:

Ein Mann, der fast jeden Tag auf Krücken zum Eingang des Tempels gehumpelt kam und sich dort hinsetzte, hatte die zwei Jesus-Leute um ein Almosen gebeten. Aber die hatten nur bedauernd mit den Schultern gezuckt und ihm ihre leeren Taschen gezeigt. Dann aber hatten sie ihn an den Händen gefasst und aufgerichtet. Und der Bettler konnte auf einmal ohne Krücken stehen und dann sogar laufen, und lief umher, war außer sich vor Freude, rief voller Begeisterung Worte zum Lob Gottes. Dann wandte er sich wieder den beiden Männern zu, griff nach ihren Händen und schüttelte sie. Die beiden aber wehrten seinen Dank ab und man hörte sie sagen: Wir haben dich nicht aus eigener Kraft geheilt. Es ist der Geist Gottes, der durch uns wirksam geworden ist.

Und dann fing der eine von beiden an, von Jesus von Nazareth zu erzählen, ihrem Lehrer, der vor sieben Wochen getötet worden war. Und er stieß schlimme Beschuldigungen aus: Eure Führer haben ihn töten lassen, obwohl ihn der römische Statthalter Pontius Pilatus freilassen wollte.

Das wurde einem von der Jerusalemer Tempelaufsicht dann aber doch zu viel. Er rief einige Wachleute herbei und ließ die beiden Jesus-Leute Petrus und Johannes festnehmen und ins Gefängnis bringen. Die Menschenmenge aber verlief sich nicht so rasch. Sie ließ sich von dem Bettler wieder und wieder erzählen, was mit ihm geschehen war. Aber begreifen konnte der sein Glück auch nicht.

In der Zwischenzeit verhandelte die politische Führung in Jerusalem über die beiden Gefangenen. Nach einem scharfen Verhör und langwierigen Beratungen wurden die beiden schließlich wieder frei gelassen, aber streng verwarnt. Es wurde ihnen verboten, weiterhin öffentlich von ihrem Lehrer Jesus zu sprechen. Petrus hatte diese Zumutung zwar sofort abgelehnt und erklärt: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Aber trotzdem waren die beiden freigelassen worden. Der Ratsherr Gamaliel hatte sich mit seiner Empfehlung durchgesetzt: „Wir werden ja sehen, was aus dieser Gruppe wird; wenn sie wirklich von Gottes Geist geführt werden, dann kann sie niemand aufhalten, wir sollten uns auf keinen Fall gegen Gott stellen.“

Liebe Hörerin, lieber Hörer, das hat niemand erwartet und niemand sich vorstellen können: Aus der kleinen Gruppe der Jesus-Anhänger ist eine weltweite Bewegung geworden. Die Christen haben das Evangelium, die Botschaft des Jesus von Nazareth in die ganze Welt getragen. In viele Sprachen sind seine Worte übersetzt worden, auch die Gründungsgeschichte der Christenheit, die Lukas in seiner Apostelgeschichte aufgeschrieben hat, wird rund um den Erdball gelesen und weitererzählt. Die junge Christenheit hat den Geist Gottes weiter tragen können, und er wird weiter getragen bis heute, der Geist der Liebe und Vergebung, der Geist der selbstkritischen Verantwortung für ein menschenwürdiges Leben.

Dass auch Sie von diesem Geist gestärkt und bewegt werden, wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Reinhard Schmidt-Rost aus Bonn.

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