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Kirche in WDR 5 | 13.06.2014 | 06:55 Uhr

Paulus - der Stadtmensch

Autor: Liebe Hörerin, lieber Hörer, es gibt Landmenschen und Stadtmenschen. Als Landmensch aufgewachsen ist Jesus. In kleinen Landstädten hat er gelebt: Zuerst in Nazareth, dort ist er groß geworden, dann in Kapernaum am See Genezareth. Er trifft sich mit Fischern, Bauern und Handwerkern. Felder, Wiesen und Weinberge, das ist seine Welt, und so spricht Jesus auch zu seinen Schülern: In Bildern aus der Landwirtschaft und aus dem Familienleben, vom Acker mit Steinen und Trampelpfaden quer durchs Feld, vom Schaf, das sich verlaufen hat, von der Arbeit der Frauen im Haus, und von den Erntearbeitern im Weinberg. Wie ein Schriftsteller gießt Jesus seine Eindrücke in Geschichten und verarbeitet sie so. Auf eine Art, die viele überrascht. Sie sagen: Gottes Geist hat ihm diese Gedanken eingegeben.

Der Apostel Paulus dagegen war ein richtiger Stadtmensch. In einer Stadt aufgewachsen, in Tarsus in der heutigen Türkei, hat er sein Leben lang vor allem in Städten gelebt. In Jerusalem, wo er studiert hat, in Damaskus, in Ephesus, zuletzt in Rom. In seinen Briefen, die uns in der Bibel überliefert sind, verwendet er niemals Bilder aus dem Leben der Fischer und Bauern. Er ist Jurist und in der Welt der Rechtsprechung zuhause. Vom Gesetz spricht er oft, von Recht und Rechtfertigung schreibt er, wenn er Gott und Mensch in Beziehung setzt. Von Freispruch und Befreiung, wenn er das neue Leben beschreibt, in das ihn der Glaube an Christus hinein gebracht hat.

In der Weltstadt des Geistes seiner Zeit aber, in Athen, ist der Stadtmensch Paulus nur einmal ganz kurz gewesen. Einige Bürger, die von ihm gehört hatten, hatten ihn zu einem Vortrag mit Diskussion eingeladen. Aber diese Veranstaltung verlief doch letztlich ziemlich enttäuschend. Dabei hatte er seinen Vortrag geschickt begonnen, hatte seine Beobachtungen geschildert, die er bei einem Rundgang in der Stadt gesammelt hatte.

Sprecher: Ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen. Und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: `Dem unbekannten Gott´. Ihr habt diesen Gott angebetet, ohne zu wissen, wer er ist, und nun möchte ich euch von ihm erzählen. Er ist der Gott, der die Welt und alles, was darin ist, erschuf. Weil er der Herr über Himmel und Erde ist, wohnt er nicht in Tempeln, die Menschen erbaut haben. Er braucht keine Hilfe von Menschen. Er selbst gibt allem, was ist, Leben und Atem, [und er stillt jedes Bedürfnis, das ein Mensch haben kann. Denn in ihm leben, weben und sind wir.] (Luther 1984 und Neues Leben, Apg 17,22.ff)

Autor: Liebe Hörerin, lieber Hörer, Landmensch oder Stadtmensch – je nachdem sprechen mich die Bilder besonders an, die Jesus oder Paulus für Gott und sein Wirken in meinem Leben gefunden haben. Gott ist wie ein liebevoller Vater lehrt Jesus. Er ist wie ein gnädiger Richter schreibt Paulus. In Athen aber wählt Paulus noch ein anderes Bild: Gott umgibt die Menschen wie die Luft, die alle zum Leben brauchen, wie das Licht und wie die Liebe, ohne die kein Mensch wachsen und gedeihen kann.

Die Mächtigen, die Einflussreichen und auch die Geistreichen in Athen können sich Gott nur als mächtigen Weltherrscher vorstellen. Dabei wirkt die Liebe Gottes viel elementarer, sagt Paulus: Sie ist eine Lebenskraft. Eine Kraft, die uns stark macht wie ein guter Vater, eine gute Mutter. Viel stärker als es jede Armee, jede Gewalt könnten. Gottes Liebe entfaltet das Leben, Gewalt führt zum Tod.

Liebe Hörerin, lieber Hörer, dass Sie die Lebenskraft der Liebe Gottes heute spüren, wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Reinhard Schmidt-Rost aus Bonn.

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