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Kirche in WDR 5 | 03.11.2014 | 06:55 Uhr

„Meine Freizeit ist mir heilig“

Guten Morgen!

Gerade am Montagmorgen wird einem doch der Wert seiner Freizeit am meisten bewusst. Alltag und die Arbeit übernehmen montags wieder das Regiment. Vielen ist die arbeitsfreie Zeit daher „heilig“. Und ich höre Sätze wie: “Wenn ich einmal frei habe, wenn einmal alles erledigt ist oder nichts dringendes mehr anliegt, dann will ich mich erholen. Dann soll nichts und niemand mich davon abhalten ausnahmsweise einmal nur das zu tun, was ich will und was mir gut tut. .“ So oder so ähnlich höre ich das oft.

Es geht aber auch anders. Am deutlichsten ist mir das während meines Studiums in Paderborn klar geworden: An einem schönen Freitagnachmittag waren ein Kommilitone und ich durch Paderborns Innenstadt gestreift. In der Fußgängerzone trafen wir Schwester Thoma. Sie war im Priesterseminar für die Küche zuständig . „Ich bin auf dem Weg zu den Franziskanern, um bei der Obdachlosenspeisung zu helfen.“ erzählte sie uns. „Ich habe doch heute meinen freien Nachmittag, da kann ich da helfen.“...

Dass sagte sie so wie jemand, der sich auf etwas besonders Schönes freut, auf sie die ganze Woche gewartet hat.

Das ging mir unter die Haut und ich hatte danach den ganzen Tag Schuldgefühle: Unsereins studiert Theologie, diskutiert und philosphiert über Gott und die Welt und diese Frau lebt das einfach ohne große Worte zu machen.

Menschen wie Sr. Thoma gibt es übrigens nicht nur in Klöstern, Kirchen und bei der Wohlfahrt.

Was mich bei all diesen Menschen beeindruckt: Keiner von denen macht das „nur für mich“, damit „es mir gut tut“ oder um „meine Work-Life Balance zu verbessern“.

Nein, meistens habe ich bei diesen Menschen einfach das Bedürfnis oder besser die Freude daran gespürt, zu tun was richtig ist oder anderen das Leben etwas besser oder sicherer zu machen.

Auch diesen Menschen ist, glaube ich, Ihre Freizeit „heilig“. Aber eben etwas anders als vielen anderen Menschen.

Sprecher:

„Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. 13 Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. 14 Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.“ (Lk 14, 12-14 EÜ)

Diese Verse aus dem Lukasevangelium werden heute im katholischen Gottesdienst vorgelesen und erinnern mich an Sr. Thoma und die anderen selbstlosen Menschen, die ich kenne.

Besonders die Verheißung: „Du wirst selig sein“ löst das aus.

Selig im Sinne von ausgefüllt, froh und zufrieden.

Liebe Hörerinnen und Hörer, eigentlich ist es recht einfach „selig“ zu sein. Tun sie jemandem etwas Gutes, von dem sie nichts zu erwarten haben. Ich kenne bis jetzt noch niemanden, der es bereut hätte, diese Erfahrung gemacht zu haben. Und das in seiner „heiligen“ Freizeit.

Kommen Sie gut in die Woche!

Ihr Vikar Jörg Heinemann aus Attendorn

Copyright Vorschaubild: mitost CCBY 2.0 flickr

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