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Kirche in WDR 5 | 21.10.2016 | 06:55 Uhr

Brille putzen

Jeden Morgen derselbe Griff, damit ich die Welt klarer sehe:

Seit ich vierzehn bin, muss ich eine Brille tragen.

Ich hab mir das nicht ausgesucht, ich find‘s auch manchmal ziemlich unpraktisch.

Beim Sport ist sie fast immer lästig, aber: die Brille gehört einfach dazu.

Ich hab‘ es schon mit Kontaktlinsen versucht, aber damit bin ich überhaupt nicht zurechtgekommen.

Ich hatte schon runde Brillen und eckige, mit Rand und randlos, aus Metall und aus Kunststoff.

Und momentan überleg ich, ob‘s nicht wieder Zeit für ein neues Gestell wäre.

Denn natürlich soll sie ja auch ein bisschen modern sein, meine Sehhilfe.

Meine Brille macht mir bewusst: Meine Augen alleine reichen nicht, um in der Welt zurechtzukommen.Meine Brille hilft mir, die Wirklichkeit wahrzunehmen und mich in ihr zurechtzufinden.Und deshalb muss ich jeden Morgen, kurz nach dem Aufstehen und Duschen, meine Brille putzen: Auch da denk ich meistens nicht groß drüber nach.

Brillentuch raus - ich nehm‘ so fertig eingepackte Brillentücher, leichter Zitronengeruch. Damit geht's schnell, linkes Glas, rechtes Glas, fertig - und ab auf die Nase!

Manchmal reicht es eben nicht, die Augen offenzuhalten.

Manchmal braucht es eine Hilfe, um richtig zu sehen - und klar dazu.

Manchmal könnte ich die Welt nicht richtig erkennen ohne Sehhilfe - und die Menschen um mich rum auch nicht.

Manchmal braucht es den richtigen Durchblick, um nicht in die falsche Richtung zu laufen.Und deshalb ist für mich mein Glaube so etwas wie eine Sehhilfe, wie eine Brille.

Mein Glaube hilft mir, mich in der Welt zurechtzufinden.

Er hilft mir, meine Umgebung richtig zu sehen - und die Menschen, die mit mir leben.

Mein Glaube hilft mir, nicht nur kurzsichtig auf mich selbst fixiert zu sein und mich im Trüben durchzutasten. Und natürlich ist mir das sogar manchmal lästig, wie meine Brille in manchen Situationen. Denn: mein Glaube ist eben nicht nur bequem. Aber: Ich brauche ihn. Als Sehhilfe.

Mein Glaube - das heißt für mich: Die Sicht, die Jesus auf die Welt und auf die Menschen hatte.Und deshalb ist es eine große Hilfe, eine Sehhilfe, für mich, zu fragen: Wie würde Jesus jetzt Deine Situation sehen?

Wie würde er Deinen Tag beginnen?

Wie würde er auf eine Person reagieren, die Dir gleich begegnen wird?

Was würde er sagen? Was würde er tun?

Natürlich kann ich nicht eins zu ein so handeln wie er.

Dazu ist seine Lebenssituation damals zu verschieden von meiner heute, im Jahr 2016.

Insofern muss ich auch diese Brille etwas putzen, die Sicht dadurch klar machen auf das Hier und Jetzt.

Aber meistens habe ich schon eine Ahnung, ob die Art, wie ich rede, wie ich mich verhalte, die Art ist, wie Jesus geredet hätte, wie er sich verhalten hätte.

Ob mir das immer gelingt, steht auf einem anderen Blatt.

Aber trotzdem: Für mich steht fest: Mein Glaube, mein Glaube an Jesus Christus, hilft mir, die Welt besser zu sehen - mit der Brille seiner Liebe.

Einen schönen Tag - mit einem guten Durchblick wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Peter Dückers aus Aachen!

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