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Kirche in WDR 5 | 14.12.2020 | 06:55 Uhr

suchen

Guten Morgen!

 

Wo ist mein Fahrradschlüssel? Ich suche schon über eine halbe Stunde! Der gehört eigentlich in die Schublade vom Flurschränkchen. Da habe ich natürlich zuerst nachgesehen. Aber da war er nicht.

 

Das hat mich neulich fast an mir zweifeln lassen. Überall habe ich gesucht. Alle Schubladen im Flur ausgeräumt. Kein Fahrradschlüssel in Sicht. Ich habe die Jacken und Hosen durchsucht, die ich beim Radfahren oft anhatte. Gähnende Leere. Gefühlt habe ich das ganze Haus auf den Kopf gestellt.

 

Drei Tage später war der Schlüssel wieder da. Er lag friedlich hinter der Wäschetruhe. Da konnte er eigentlich gar nicht sein. Aber ich habe es wohl nach der letzten Fahrt zu eilig gehabt, und nicht richtig aufgepasst. Da ist der Schlüssel aus der Hosentasche hinter die Wäschetruhe gefallen.

 

So was ähnliches haben viele schon erlebt. „Wer suchet, der findet!“, das steht ja schon in der Bibel. Aber manchmal frage ich mich: „Stimmt das überhaupt?“ – Oft finde ich Dinge, die ich gar nicht gesucht habe, und das, wonach ich suche, scheint wie vom Erdboden verschluckt.

 

„Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden.“ (Die Bibel, Matthäus 7,7) Das sagt Jesus einmal. Er will damit zeigen, wie wertvoll das Beten ist. Für mich heißt das: Bleib mit Gott im Gespräch. Gib nicht auf, nur weil du nicht die Antwort bekommst, die du suchst. Und hab Geduld. Manchmal finde ich die Antwort genau da, wo ich nicht mit ihr gerechnet habe. Dann ist es wie beim verschwundenen Schlüssel. Irgendwann taucht er genau dort auf, wo ich ihn nie vermutet hätte.

 

Krampfhaftes Suchen bringt meistens wenig. Es ist viel besser, offen zu sein für das Unerwartete. Also nicht einfach panisch beim Suchen die Wohnung umgraben, sondern auch mal Möglichkeiten prüfen, die eigentlich nicht gehen.

 

Gott möchte von uns gefunden werden. Das hat der Prophet Jesaja mal geschrieben. Er beschreibt die Gedanken Gottes so: „Ich ließ mich finden von denen, die mich nicht suchten.“ (Die Bibel, Jesaja 64,9)

 

Wenn der verschwundene Schlüssel sprechen könnte, hätte er dasselbe sagen können. Genauso wie andere Dinge, die genau dann wieder auftauchen, wenn ich nicht mit ihnen rechne.

 

Vielleicht finde ich eine Antwort auf die Frage nach Gott gerade dann, wenn ich eigentlich gar nicht danach suche. Vielleicht spüre ich dann plötzlich, dass jemand in meiner Nähe ist, der lieber mit mir reden würde, als zuzuschauen, wie ich planlos nach verschwundenen Dingen suche. Und vielleicht entdecke ich in diesem Gespräch, genau die Ruhe, die ich brauche, um mit neuen Gedanken weiter zu suchen.

 

Auch Jeremia, ein anderer großer Prophet, schildert Gottes Worte: „Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen.“ (Jeremia 29,13-14)

 

Manchmal habe ich den Eindruck, Gott spielt mit mir Verstecken.

Als Kind bin ich oft schnell aus meinem Versteck gelaufen, um mich frei zuschlagen. Aber manchmal war mein Versteck so gut, dass ich es auch toll fand, wenn die anderen es entdeckt haben.

Ich stelle mir vor, wie Gott seine kindliche Freude mit den Menschen teilt, die ihn finden.

 

Ich wünsche Ihnen einen fröhlichen Morgen! Ihr Pfarrer Michael Nitzke aus Dortmund.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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