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Kirche in WDR 5 | 07.05.2021 | 06:55 Uhr

Unser Fundament

Guten Morgen,

es gibt in unserer Stadt eine besondere Attraktion. Eine 600 Meter lange, 200 Meter breite Felsformation, die man das Felsenmeer nennt. Neulich mache ich mit einem Bekannten einen Spaziergang, und wir schauen uns die bizarre und wild zerklüftete Felsenlandschaft an. Wir gehen auf einer Brücke. Sie schlängelt sich an Bäumen vorbei und schwebt dann frei über Felsblöcken. Wir machen Halt. „Hier könnte man einen Gottesdienst im Freien gestalten“. Schlägt mein Bekannter vor. Die Brücke über dem Felsenmeer als Ort für einen Gottesdienst unter freiem Himmel. Eine interessante Idee.

Auf dem Heimweg geht mir diese Situation nach. Jesus hat doch einmal auf einem Berg eine aufsehenerregende Predigt gehalten. Viele Leute wollen ihm damals zuhören. Und so stellt er sich auf einen Berg, damit alle ihn hören und sehen können. Und vielleicht hat der steinige Boden des Berges Jesus auf die Idee zu einem ganz besonderen Schluss seiner Predigt gebracht:

Er sagt: „Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet.“

(Die Bibel, Luther 2017, Matthäus 7,24f)

 

Das Felsenmeer im Sauerland darf man nicht betreten, weil man sich in dieser Felsenlandschaft verletzen kann. Aber man darf es anschauen und bewundern. Zum Beispiel von der Brücke aus. Und da könnte man ja tatsächlich mal zusammen darüber nachdenken:

Der Ort, an dem ich wohne, meine Stadt, aber auch das Land, in dem wir leben, das alles kann zu einem Raum werden, der ein gutes Fundament hat, auf dem wir fest gegründet sind.

Wir leben ja in unruhigen Zeiten. Und es sind nicht nur die natürlichen Stürme, die uns immer wieder mit Macht umwehen. Die politische und gesellschaftliche Großwetterlage steht zurzeit nicht auf Sonnenschein. Das Fundament unserer Gesellschaft, und dazu gehört eine wehrhafte Demokratie, wird unterspült von gefährlichen Strömungen.

Da ist es gut, wenn das, was wir in unserer Stadt aufbauen, wetterfest ist. Ein solides Fundament hat. Nicht nur im kirchlichen Leben. Sondern auch im kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Zusammensein. Im Ringen um Gerechtigkeit, Frieden und Einheit.

Und wenn es um ein solides Fundament geht, sind sofort noch andere Stimmen zu hören. Die Stimme der Fundamentalisten. Für sie ist das Fundament, das wir brauchen, eine bestimmte Ideologie, ein System von Gedanken, das man bejahen muss.

Das Fundament, von dem Jesus spricht, ist jedoch keine Ideologie, sondern der Aufruf, die Liebe Gottes in unserem Leben umzusetzen.

Das Fundament in unserer Gesellschaft sind Menschen, die Frieden stiften. Die hungrig sind nach Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Menschen, deren Ja ein Ja und Nein ein Nein ist. Und die deshalb keinen Eid nötig haben. Wie gut, dass uns diese Worte Jesu darin ein felsenfestes Fundament bieten können. An uns liegt es, diese Worte zu hören und sie dann zu tun. Manchmal brauche ich dazu eine kleine Erinnerung durch die Natur. Das Felsenmeer ist ein guter Ort dafür.

 

Ihr Pastor Christoph Neumann aus Hemer.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

 

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