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Kirche in WDR 5 | 05.10.2021 | 06:55 Uhr

Weltöffnerinnen

Guten Morgen.

Mit der Feder gegen Krieg und für das Recht auf Meinungsfreiheit. Hierfür ist vor einhundert Jahren in London der Pen-Club gegründet worden. Darin steckt das englische Wort Pen für Stift bzw. Schreibfeder. Der Penclub wurde aus der Friedensbewegung nach dem 1.Weltkrieg gegründet und setzte zuerst einen Schwerpunkt bei Frieden und Völkerverständigung. Heute setzt er sich weltweit für verfolgte Schriftstellerinnen und JournalistInnen und für das Recht auf Meinungsfreiheit ein.

Das erste Treffen – am 5. Oktober 1921 – fand auf Einladung einer Frau statt, der Dichterin und Schriftstellerin Catherine Amy Dawson Scott. Sie wollte einen Club, wie er damals unter Freunden üblich war. Gemeinsam wollten sie lesen, ihren Horizont erweitern und dem Fremden begegnen.

Ich lese einen Roman und erfahre wie nebenbei, worum es ging im Kampf gegen die Rassentrennung oder wie es ist in einer Diktatur aufzuwachsen oder ein Kind oder eine Frau zu sein im Süden der Erde. Lesen und Schreiben schenken den Gedanken Freiheit und Flügel. Das ist – so geht es mir durch den Kopf – überhaupt eine gute Beschreibung für das, was ich beim Lesen erlebe und was Schriftsteller und Autorinnen tun. Sie sind Weltöffner und FreiheitsermöglicherInnen. Und das gilt dann auch für alle die Kinder heranführen an die Welt der Bücher und Buchstaben.

 

In der Gaukirche St. Ullrich in Paderborn steht eine Skulptur, die so eine Weltöffnung zeigt. Sie ist über 600 Jahre alt und zeigt eine junge Frau, die einem Mädchen das Lesen beibringt.

Es sind Hanna, die Großmutter von Jesus und seine Mutter Maria als kleines Kind. Ein stupsnäsiges Mädchen, das sich die Hand führen lässt über ein offenes Buch. Was so alltäglich aussieht, Frauen und Mädchen beim Lesen, war es damals nicht, als die Skulptur entstand und ist es auch heute in vielen Weltgegenden immer noch nicht.

Das Buch, in dem Hanna und Maria lesen, ist natürlich die Bibel. Und der Clou der Skulptur ist, dass Maria beim Lesen nicht nur eine fremde Welt kennenlernt.

Sie kann darin lesen, welche Rolle Gott für sie selbst vorgesehen hat. Die Mutter des Gottessohnes zu sein.

Maria – so könnte man sagen – lernt in diesem Buch ihre eigene Geschichte kennen, die so viel mehr ist als nur ihre private Geschichte – Maria wird Teil einer weltumspannenden Geschichte. Sie erfährt in der Bibel was sie sonst nicht wüsste über sich, über Gott und über alle Welt.

‚Gott ist mit uns‘ so wird später ihr Sohn Jesus genannt werden, nach einer alten Prophezeiung aus der Bibel. Gott ist mit uns als Gott der Liebe, des Friedens und der Gerechtigkeit. Und Marias Sohn wird diesen Namen leben und viele nach ihm, mit ihm und durch ihn. In der ganzen Welt.

Gottes Geschichte, Hannas und Marias Geschichte, meine und deine Geschichte gehören zusammen. Der Gott aller Welt schreibt sich hinein und schaut heraus aus den Zeilen unseres Lebens.

 

Wo ich das wohl heute auflesen und durchbuchstabieren werde?

 

Einen erlesenen Tag wünscht Ihnen

Ihr Jan-Dirk Döhling aus Bielefeld.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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