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Kirche in WDR 5 | 07.10.2021 | 06:55 Uhr

Mehr als genug

Guten Morgen.

Über 350 Millionen Euro, so viel war bereits Anfang August an Spendengeldern zusammen gekommen für die Menschen in den Fluttälern, an Ahr und Erft, in Hagen und anderswo. Und die Not ist immer noch riesengroß.

Großartig, dass so viele am Ball bleiben und weiter helfen wollen. 350 Millionen Euro, die Riesensumme setzt sich zusammen aus ganz verschiedenen Beiträgen von Menschen, die getan haben, was sie wollten oder konnten. Aus den Medien habe ich von einem richtigen kleinen Spendenwettstreit gehört - zwischen einem 82-Jährigen und seinem Lieblings-Fußballverein. Der 82-Jährige fand, der Fußballverein hätte zu knauserig gespendet. Der hatte nämlich zuerst nur ein Zehntel von dem gespendet, was der Mann gegeben hatte. „Seid nicht geizig, das könnt ihr besser.“ So forderte er seinen Verein sinngemäß auf. Und wirklich: Es ging dann noch mehr.

Und bald, nachdem die Bilder von der Flut um die Welt gingen, da meldeten sich unsere Partnerkirchen aus Europa, aus Afrika und Asien, boten Urlaubsplätze für erschöpfte Helfer oder Familien aus den Flutgebieten an und beschlossen Spendensummen für die betroffenen Regionen in Deutschland. Es sind hohe Summen gemessen an der eigenen Armut und Not in den Ländern vieler unserer Partnerkirchen. Für uns war das überraschend und berührend, aber für die Gläubigen dort ganz selbstverständlich: „Wir sind doch eine Gemeinschaft“, sagen sie, „wir beten für Euch, wir leiden mit Euch und wir tun etwas für Euch, denn wir sind verbunden durch Gott und die Gaben seiner Güte“.

Ich glaube es gab und gibt viele solcher Überraschungen weltweit oder ganz nah. Mich beeindruckt, wie viele sich auf den Weg in die betroffenen Gebiete gemacht haben, um zu helfen. Einer hat einen Shuttle-Service organisiert, um die Helferinnen und Helfer dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden. Er sagt in einem Radiointerview: „Die Helfer, erfahren hier den Himmel und die Hölle gleichzeitig. Die Hölle, weil so viel zerstört worden ist und den Himmel, weil hier wirklich jeder und jede etwas findet, wo er oder sie anpacken und mitmachen kann.“

Viele sagen: „In so einer Lage merke ich erst, was wirklich zählt. Dann, wenn beinahe alles fehlt, wenn die Not übergroß ist und die Aufgaben beinahe unüberwindlich sind. Was zählt ist die Gemeinschaft, die uns verbindet und die Würde, die darin liegt, beitragen zu können zum Wohl aller.“

In der Bibel wird erzählt, wie Jesus im Tempel eine arme Witwe sieht, die zwei winzige Münzen in den Spendenkasten wirft. Gerade noch hatte er mit Priestern und Gelehrten tiefgründige religiöse Fragen diskutiert wie: Regiert der Kaiser die Welt oder ist es Gott? Aber jetzt sagt er: „Diese Frau hat mehr gegeben als alle anderen. Denn sie hat nicht aus Überfluss gegeben, sie hat Gott ihren Mangel anvertraut.“ (Die Bibel, Markus 12,43 und 44)  

Gott hat seinen eigenen Wechselkurs – so verstehe ich das – Und er kann buchstäblich viel anfangen, mit dem Wenigen, was ich beitrage, wozu ich Kraft habe, wofür meine Hoffnung reicht – und Gott wird das Seine dazutun.

Und das ist mehr als genug!

 

Einen kostbaren Tag wünscht Ihnen

Ihr Jan-Dirk Döhling aus Bielefeld.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze


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