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Kirche in WDR 5 | 09.10.2021 | 07:55 Uhr

Überreich

Guten Morgen.

„Es regnet immer dahin wo’s schon nass ist.“ so sagt es das Sprichwort oder auch so richtig derb: „Der Teufel scheißt auf den größten Haufen.“

Nach dieser Logik werden große Vermögen größer, werden die besten Bildungschancen und die lukrativsten Jobs verteilt. An fast immer dieselben.

Das Matthäusprinzip. Wer hat dem wird gegeben. In der Bibel, wo dieser Satz steht, klingt es fast,als wär´ es bei Gott genauso.

Mit Gottes Reich - erzählt Jesus - ist es wie bei einem Gutsbesitzer, der auf Reisen geht: Er ruft seine Mitarbeiter und vertraut ihnen sein Vermögen an. Einem gibt er fünf Zentner Silber, einem andern zwei, dem dritten einen. Dann fährt er los. Der der fünf Zentner bekommen hat, investiert sie und gewinnt noch fünf dazu. Genau wie der andere, der zwei Silberzentner bekommen hatte. Er investiert und gewinnt zwei Zentner dazu. Nur der dritte vergräbt seinen Anteil und kriegt am Ende vom Gutsbesitzer einen Riesenrüffel, weil er nichts dazugewonnen hat. (Die Bibel, Matthäus 25,14-30)

Und so also soll es bei Dir auch sein? Echt jetzt Jesus? Tauchst alle Jubeljahre mal in deinem Besitz auf und gibst Anweisungen. Aber – Ich bin dann mal weg – den Stress und die Maloche überlässt Du den Mägden und Knechten?

 

Er ist dann mal weg. Ich glaube fest daran, dass dies von Gott und von Jesus nicht gilt. Und doch, diese „Er ist dann mal weg-Erfahrung“ die kenne ich auch. Gott – wie ich ihn mir denke, ihn brauche – lässt sich nicht blicken, lässt auf sich warten, fehlt an allen Ecken und Enden. Und auf wen oder was kommt es dann an?

 

Allen auf die es ankommt, lässt der Besitzer in Jesu Geschichte ein Riesenvermögen da. Ein Zentner das sind damals 6000 Silberstücke. Sieben sind ein Wochenlohn und mit 370 kommt man übers Jahr. Anders gesagt: Der Besitzer lässt noch dem schlumpfigsten Mitarbeiter mehr als sechszehn Jahresgehälter da. Spätestens bei dieser irren Summe, dämmert denen, die Jesus zuhören: Er redet von keinem Chef wie wir ihn kennen, sondern von einem viel großzügigeren. Und ihnen dämmert: So reich sind wir! Reich in der Rechnung die wirklich zählt, der Währung, die wirklich bleibt! Wir sind reich an Erfahrungen, an guten Gedanken, fremden und eigenen, Bildern und Liedern, reich an Gebeten, von anderen für uns gesprochen, reich an Vertrauen, das Gott in uns setzt.

 

In unserer Gemeinde gab es eine Konfigruppe für Jugendliche mit geistigen Einschränkungen. Lesen konnte fast keiner und so wurden die Jesusgeschichten erst erzählt und dann nachgespielt. So kamen die Kids wirklich in die Geschichten hinein.

Und doch war es für viele schwer, in die Rolle zu gehen, sich etwas Text zu merken und überhaupt sich vor der Gruppe zu zeigen. Aber ich erinnere mich, noch genau an Mario, der sonst meist gar nicht mitmachte, sich aber heute echt was getraut hatte. Und mich jetzt halb staunend und zugleich unglaublich stolz anschaut. Und dann leise sagt:

„Ich wusste ja gar net, dat ich auch mal der Jesus sein kann.“

 

Doch Mario kannst du; und sollst du und jeder Christenmensch auch.

 

Wie großartig, dazu begabt zu sein, reich ausgestattet von dem, der uns beschenkt und etwas zutraut.

 

Einen überraschenden Tag wünscht Ihnen

Ihr Jan-Dirk Döhling aus Bielefeld.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

 

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