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Kirche in WDR 5 | 24.08.2022 | 06:55 Uhr

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Die Bartholomäusnacht (450 Jahre)

Guten Morgen.


O-Ton: Sturmglocken (WDR-Archiv)


Im Morgengrauen in Paris läuten die Glocken Sturm. Es ist der Auftakt zu einer blutigen Schlacht, die später in die Geschichtsbücher als die „Bartholomäusnacht“ eingehen wird: Viele Hugenotten, die sich zu ihrem calvinistisch-protestantischen Glauben bekannten, wurden damals brutal ermordet.

Das war am 24. August, heute vor 450 Jahren.

So ein Datum ist so etwas wie ein Anhaltspunkt. Lassen Sie uns doch heute Morgen einmal wortwörtlich anhalten. Anhalten, um über „Glaubensmut“ nachzudenken. „Wegen des Glaubens verfolgt werden“ ist leider kein Thema, das man nur aus den Geschichtsbüchern kennt. Weltweit werden immer noch Menschen wegen ihres Glaubens verfolgt, unterdrückt und geächtet. Nach wie vor gibt es viele, die wegen ihres Glaubens in ein anderes Land gehen, alles verlassen, was ihnen lieb und teuer ist, weil ihnen ihr Glaube noch lieber und noch teurer ist.

Ich bin oft sehr beeindruckt von Menschen, die ihren Glauben trotz aller Gefahren bewahren und leben. Die es sich nicht dadurch einfacher machen, in dem sie ihn aufgeben für ein Leben in äußerem Frieden. Was für eine Stärke, was für ein Mut, was für ein Glaube!

In früheren Zeiten waren in Europa Glaube, Politik und Bevölkerung eng miteinander verknüpft. Daher auch die brutalen Auswirkungen in den zahlreichen Pogromen der Vergangenheit.


Dass wir in unserem Staat frei unseren Glauben leben dürfen, ist eine Frucht der Neuzeit und ein unschätzbares Gut.

Ich will also anhalten und darüber nachdenken, dass es nicht immer selbstverständlich war und noch immer nicht ist, seinen Glauben frei zu leben. Sondern lebensgefährlich.

Ich bin froh, dass sich zumindest diese Zeiten, in denen religiöse Verfolgung an der Tagesordnung war - jedenfalls in unseren Breiten - geändert haben. Umso wachsamer sollten wir daher sein, wenn an den Rändern unserer Gesellschaft der Hass auf Menschen wegen ihres Glaubens wieder geschürt wird. In welcher Form auch immer. Es sollten auch bei uns alle Sturmglocken läuten, wenn auch nur im Ansatz Menschen wegen ihres Glaubens angegangen werden.

Vielleicht kann der heutige Tag ein Anhaltspunkt sein, darüber nachzudenken, wie zerbrechlich und angreifbar der eigene Glaube ist. Und darüber: Was ist mir eigentlich wichtig an meinem Glauben? Was gehört dazu? Spielt er eine Rolle in meinem Alltag? Gibt es etwas, das ich über meinen eigenen Glauben, meine eigene Religion wissen möchte?

Was würde ich gern ändern? Der heutige Tag mit seiner Erinnerung an die Bartholomäusnacht in Frankreich ist ein Anlass, dankbar zu sein, in Frieden den eigenen Glauben leben zu können, ihn auch kritisieren zu dürfen und dennoch zu ihm zu stehen; dankbar auch dafür, mit anderen frei und ungezwungen darüber sprechen zu können. Ich kann Menschen anderen Glaubens ernsthaft zuhören und ohne Angst mit allen im Austausch sein, ob sie eine Religion haben oder nicht, darüber, was sie glauben oder nicht. So ein „Anhalten“ tut gut und ist das Gegenteil von Stillstand, eine wunderbare Sache!


Ich wünsche Ihnen einen guten Morgen, Ihre Pfarrerin Nicola Thomas-Landgrebe aus Köln.



Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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