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Kirche in WDR 5 | 18.06.2024 | 06:55 Uhr

Wo Heilung beginnt

Vielleicht war es ihr Blick. Der mir sagte: „Ich weiß ganz genau wie sich das anfühlt“. Ihre Lippen aufeinandergepresst, ein kaum merkbares kleines Nicken in meine Richtung. Viel mehr war das gar nicht. Und doch hat das so viel bedeutet.

Die Stationsschwester schob mir eine kleine Broschüre rüber. Darauf ein Text, den ich seitdem bestimmt tausendmal gelesenen habe:

Sprecherin:

Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,

von vielen Blättern eines.

Dies eine Blatt, man merkt es kaum,

denn eines ist ja keines.

Doch dieses Blatt allein

war Teil von unsrem Leben.

Darum wird uns dieses Blatt allein

auch immer wieder fehlen.

(Rainer Maria Rilke)

Kurz vorher hatte ich bei einer Routineuntersuchung die wohl einschneidendste Nachricht meines bisherigen Lebens bekommen: "Wir können leider keinen Herzschlag bei ihrem Baby mehr feststellen".

Ich weiß noch: Es traf mich wie ein Schlag. Ich war im 3. Monat schwanger und unser Baby lebte nicht mehr.

Nichts ist vergleichbar mit diesem Moment, in dem alle Pläne plötzlich in sich zusammenfallen. In dem man denkt, man träumt und wacht bestimmt gleich auf. Weil man nicht glauben kann, was man da hört: Dass man ein Leben, das gerade erst da war, schon wieder gehen lassen muss.

Ich nahm das Faltblatt mit dem Gedicht und hörte die Schwester über den Flur rufen: "Sie bekommt das Einzelzimmer. Das hintere, mit dem kleinem Balkon". Ich intervenierte. Das sei nicht nötig, der Eingriff ambulant, ich könne auf ein Mehrbettzimmer.
Aber die Schwester blieb dabei: "Sie wissen es vielleicht jetzt noch nicht. Aber das ist ganz bestimmt nötig. Sie müssen sich verabschieden."

In dem Moment verstand ich es tatsächlich nicht - rückblickend bin ich ihr so dankbar.

Was bleibt ist ein Schatten in unserem Leben. Die wehmütige Erinnerung an ein Kind, das immer unser Kind sein wird.

Und dann ist da auch Licht. Licht, das eine Stationsschwester im Krankenhaus gebracht hat, weil sie noch vor mir verstand, was ich in diesem Moment brauchte. Und weil sie meinen Schmerz anerkannte.

Und wo ist Gott bei alldem? Ich glaube, er war die ganze dabei. Denn Gott spricht durch diese besonderen Menschen in unserem Leben.

Und er hat uns noch einmal ein Kind geschenkt, das hoffentlich ganz bald gesund zur Welt kommen darf.

Aus Köln grüßt Sie Verena Tröster.






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