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Kirche in WDR 5 | 20.06.2024 | 06:55 Uhr

Der Geist der Ahnen wohnt in uns

„Och süß, die Kleine kommt aber ganz nach dem Papa“, sagt die Nachbarin freudestrahlend, als wir sie beim Spazieren gehen treffen. „Diese Augen und überhaupt… Ganz der Papa!“

Heute kann ich mich darüber freuen. Ich lächle und denke an den abgedroschenen Kalenderspruch: Ein bisschen Mama, ein bisschen Papa und ganz viel Wunder! Zu uns passt allerdings besser: Ein bisschen Mama, ein bisschen Wunder und ganz viel Papa! Aber das ist schon ok.

Zu Beginn war ich fast ein bisschen eifersüchtig, als ich mir unser Kind ansah: Es war als blickte ich meinen Mann an, nur ohne Bart und Brille. Auch ihre Hände und Füße, die Form ihres Kopfes… Wie sagte meine Mama so schön: „Das kommt mir ganz unbekannt vor.“ Und Recht hatte sie. Vergeblich suchten wir nach vererbten Familienmerkmalen. Dem leicht nach innen gebogenen kleinen Finger zum Beispiel. Dabei haben den doch alle in meiner Familie! Er ist fast sowas wie ein Brandmal und sicheres Zeichen, dass wir verwandt sind.

Bei meiner Tochter? Nichts dergleichen.

Dabei weiß ich natürlich, dass viel von mir in diesem Kind steckt. Und genauso, dass sie nach meinen Eltern kommt. Dass auch meine Groß- und ihre Urgroßeltern auf eine Art in ihr präsent sind. Dass sie in ihr weiterleben.

Das hat für mich weniger mit genetischer Abstammung zu tun als mit Werten und Ansichten. Denn meine Tochter wird – ohne dass das bewusst geschehen würde – durch ihr Aufwachsen mit uns Vieles von dem übernehmen, was ich zuvor von meinen Eltern oder Großeltern gelernt und übernommen habe.

Zu der Präsenz und Wiederkehr des Lebens unserer Vorfahren gibt es zahllose wissenschaftliche Studien. Sie erklären wie genau uns die vergangenen Generationen prägen. Und sobald wir selbst ein bisschen Ahnenforschung betreiben, fallen uns Muster, Einstellungen und Werte auf, die unsere Familien schon über Genrationen hinweg begleiten.

Vielleicht klingt das ein bisschen esoterisch, aber ich bin mir sicher: Wir sind auch ein Produkt der Vergangenheit, des bereits Erlebten. Durch unsere Sozialisation manifestiert sich all das auch in unserem Leben.

Der Geist der Ahnen wohnt in uns.

Genauso wie ich überzeugt bin, dass auch der Geist Gottes in uns wohnt.

Das kann ich schon in der Bibel nachlesen. Da heißt es bei Johannes: „An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir seid und ich in Euch.“ (Joh 14, 20)

Gott ist - ein bisschen so wie unsere Vorfahren auch - ein stiller Begleiter, ein Beistand, der nicht von der Seite weicht.

Ich wünsche mir für unsere Tochter, dass Sie das erleben kann. Dass sie etwas spüren kann von dieser Fülle vergangener Generationen und von der Fülle Gottes. Denn Äußerlichkeiten sind es nicht, die aussagen, wer wir sind und zu wem wir gehören.

Und doch ist mir Eines noch wichtig zu sagen:

Das Kind hat eindeutig meine Nase. Immerhin.

Aus Köln grüßt Sie, Verena Tröster.





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