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Kirche in WDR 5 | 05.07.2024 | 06:55 Uhr

Yoda und der Hass

Die Europawahl ist nun schon fast ein Monat her. Und die Zeit danach war eine richtige Prüfung für mich. Aber diesmal hat mir ausnahmsweise nicht Jesus geholfen, sondern ein kleines grünes Wesen: Yoda.

Eine Art Prüfung? Warum? Kann ich Ihnen sagen

Vor ein paar Jahren war ich ziemlich aktiv in der Politik. In Münster. Heute bin ich Seelsorger. Parteipolitik ist für mich seitdem Geschichte. Trotzdem: Mein Herz schlägt politisch.

Und am Europawahlabend bekommt das deutliche Rhythmusstörungen.

Ich hocke vor dem Fernseher. Der Blick starrt auf den Bildschirm. Die Balken der ersten Hochrechnung verheißen nichts Gutes. Und dann der Schock: Mehr als 20 % wählen Nazis und Extremisten.

Ja – ich sag es genauso. Nazis.

Nach all den Skandalen. Nach all der Korruption. Nach all dem Hass auf die freie und demokratische Gesellschaft will ich die Dinge beim Namen nennen. Sogenannte Rechtspopulisten „demaskieren“? Wie lange denn noch schönreden?!

Rückblende. Im Frühjahr sehe ich eine Rede von Armin Laschet. Der Mann, der gelacht hat. Der Mann, der öffentlich zerrissen wurde. Ein Geläuterter. Er nennt die Dinge beim Namen. Laschet steht da auf einer Bühne in Aachen. Und sagt: Das mit dem Dritten Reich, das ging ganz schnell. „In zwei Monaten war alles zerstört.“ In weniger als 70 Tagen von einer Demokratie in die Diktatur.

Stück für Stück. Nicht von 0 auf 100, sondern mit kleinen Schritten. Schritte, die erst harmlos wirken und dann immer größer werden.

Am Wahlabend sitze ich also da und rege mich auf. Wobei: das ist untertrieben. In meinem Herz spüre ich Wut und ja, auch Hass. Und spätestens da ärgere ich mich über mich selbst.

Und ich denke an Meister Yoda von Star Wars. Der sagt:

„Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.“

Yodas Worte finde ich absolut richtig. Hass führt nur zu Leid.

Und dann erinnere ich mich an eine Anti-AFD-Demo in Münster. „Ganz Münster hasst die AfD!“. Mehr als 10.000 Menschen die Hass skandieren. Ich finde solche Demos wichtig. Aber Hass? Nein Danke.

In mir schlägt ein Politikerherz. Aber auch das eines Christen. Und ich frage mich seit dem Europawahlabend, wie ich das zusammenkriege. Selbst nicht zum Hasser zu werden. Ich will Nazis nichts schenken, vor allem nicht unsere Freiheit. Und: Ich will sie auch nicht schonen.

Dunja Hayali sagt: „Wenn Sie sich rassistisch äußern, dann sind Sie verdammt nochmal ein Rassist.“ Was sie meint: Probleme müssen benannt werden. Und doch glaube ich: Wenn ich einen Unterschied machen will, darf ich nicht hassen.

Ich brauche kein Parteibuch für diesen Unterschied. Ich muss mich nicht mal politisch engagieren. Alles, was ich brauche, ist eine Haltung. Und diese Haltung ist eine echte Alternative zum Hass.

Es ist die Haltung Gottes: Mut, Besonnenheit und Liebe.


Ich grüße Sie aus Herten. Ihr Stephan Orth



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