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Kirche in WDR 3 | 19.09.2019 | 07:50 Uhr

Adam und Eva


Adam und Eva hat es nie gegeben!

Vielleicht wundern Sie sich jetzt, liebe Hörerinnen und Hörer, dass ein Weihbischof so etwa sagt.

Aber es stimmt: die Geschichte von der sprechenden Schlange, die Eva im Paradies lockt, trotz eines Verbots von der Frucht eines bestimmten Baumes zu essen, ist „erfunden“.

Der Erfinder dieser Geschichte war allerdings ein kluger Menschenkenner und ein gottesfürchtiger Theologe. Weil man seinen Namen nicht kennt, nennt die Bibelwissenschaft ihn einfach den „Jahwisten“, denn er spricht Gott immer mit dem Namen „Jahwe“ an.

Dem Erzähler ging es darum, Antworten auf die großen Menschheitsfragen zu finden: Wo kommt die Welt her?

Warum leben wir nicht in paradiesischen Zuständen? Was vergiftet unser Zusammenleben? Dürfen wir alles, was wir können?

Um Antworten auf diese Fragen geben zu können, erzählt er Geschichten.

Zum Beispiel die Geschichte von der sprechenden Schlange.

Gott hatte dem Menschen das Paradies geschenkt: Zeichen seiner großen Liebe. Alles war für den Menschen geschaffen, von allen Bäumen durfte er essen; er konnte glücklich und voller Freude leben. Gleichzeitig setzt Gott aber eine Grenze:

Ein Baum steht da, von dessen Früchten der Mensch nicht essen darf! Nun taucht die sprechende Schlange auf und behauptet:

„Gott hat zwar gesagt: Wenn Du von den Früchten dieses Baumes isst, wirst du sterben, aber das stimmt nicht. Gott lügt. Das Gegenteilwird passieren: Du wirst wie Gott werden.“

Zu spät durchschaut der Mensch diese Lüge und verliert sein Vertrauen zu Gott und verliert damit das Paradies.

Zugegeben: genauso wenig wie es Adam und Eva gegeben hat, gibt es sprechende Schlangen.

Aber wahr ist: Wir Menschen stoßen manchmal an unsere Grenzen. Und an dieser Grenze lockt uns die Neugierde. Neugierde an sich ist nichts Schlechtes. Ohne Neugierde gäbe es keine Entwicklung und keinen Fortschritt.

Trotzdem frage ich mich manchmal, ob wir alles ausprobieren müssen, was uns möglich ist. Zum Beispiel im Bereich der Gentechnik.

Die Grenzlinie zwischen sinnvoller Forschung, die Krankheiten verhindern kann, und wissenschaftlichem Größenwahn ist schnell überschritten.

Ist aber das Recht auf ein unmanipuliertes genetisches Erbe für die kommenden Generationen nicht eine der entscheidenden Zukunftsfragen?

Die biblische Geschichte mit der Schlange hat eine weitere tiefere Dimension: Die Schlange sät Misstrauen ins Herz!

„Warum verbietet Gott dir, von diesem Baum zu essen?“ fragt sie die Frau.

„Weil er dir das Schöne nicht gönnt. Er liebt dich nicht. Er macht dir das Leben nur schwer! Besser, du trennst dich von ihm!“

Der Argwohn: „Gott liebt mich nicht!“ zersetzt wie Gift die Beziehung zwischen uns Menschen und Gott.

Ich sehe meine Schwächen und Fehler und denke: so wie ich bin kann Gott mich nicht lieben!

Ich erlebe Schicksalsschläge, die ich nicht verstehen kann und ziehe daraus den Schluss: Gott kümmert sich nicht mehr um mich; er hat mich im Stich gelassen. Kann ich Gott weiter vertrauen, auch wenn im Leben nicht alles rund läuft?

Die große Lüge des Teufels ist immer die gleiche: Gott liebt dich nicht!

Ich bin Christ und ich,  ich glaube: Zum Glück gibt es jemand, der diese Lüge widerlegt hat: Jesus. Die Antwort auf unseren Argwohn ist Christus. Er hat denen Vertrauen geschenkt, die vor Misstrauen wie gelähmt waren. Jesus hat bösartigen Menschen Freundschaft angeboten.

Als der Hass ihn ans Kreuz schlug, hat er seine Peiniger geliebt. Jesus widerlegt mein Misstrauen mit seiner Liebe.

Und diese Liebe ist nicht kaputt zu kriegen. Das zeigt seine Auferstehung.

Adam und Eva hat es nie gegeben. Aber Jesus ist keine Erfindung. Er hat tatsächlich gelebt. Das macht mich sicher, dass ich von Gott geliebt bin.

Und darum fällt meine persönliche Antwort auf die großen Fragen so positiv aus: Letzter Ursprung noch hinter dem Urknall ist für mich ein liebender Gott.

Ich lebe zwar nicht im Paradies, aber ich bin zur Freiheit der Kinder Gottes erlöst. Und ich durfte schon erleben, dass Vertrauen heilt.

Positive Antworten auf Ihre großen Fragen wünsche Ihnen heute Morgen

Ihr Weihbischof Ansgar Puff aus Köln.



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