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Hörmal | 21.02.2021 | 07:45 Uhr

Atemlos im Amazonas

Ich gestehe, als Ende Januar die Nachricht über E-Mail kam, habe ich erst einmal gestutzt. … ich las irgendwas mit: „Der Amazonas-Region geht der Sauerstoff aus“…

Wir bekommen hier im Katholischen Rundfunkreferat täglich die Meldungen von den kirchlichen Hilfswerken und anderen Initiativen. Und ich gestehe: Ich schaue da mehr oder weniger interessiert drauf. … Die Flut der Meldungen lässt mich gerade in diesen Zeiten kapitulieren … es passiert ja doch zu viel in der Welt. Und ich dachte dann, da gehe es mal wieder um die Abholzung des Regenwaldes – ein blumiges Wortspiel um die „Grüne Lunge der Welt“…sie wissen schon…

Aber schnell wurde mir klar: Es geht hier nicht um den Sauerstoff, der vom Regenwald produziert wird, es geht um medizinischen Sauerstoff. Denn: Die Lage in der Amazonas-Region ist wegen Corona dramatisch: Das Gesundheitssystem ist kollabiert und die Krankenhäuser flehen um Sauerstoff, um die Kranken zu beatmen. Eine ganze Region schreit da: „I can’t breathe“! Dem Amazonas geht der Atem aus!! 1.400 Leute sind allein im Januar in Manaus gestorben, in der Amazonas-Metropole. Das ist so viel, wie der Kölner Dom Sitzplätze hat (also ohne Corona). – Und die alle mit Sitzplatz im Dom starben in einem Monat in Manaus an Corona. Und während Präsident Bolsonaro wegschaut, schicken die Bischöfe der Region einen Weckruf nach dem anderen an die Partnerkirchen in der Welt.

Ich habe den Weckruf gehört und deshalb wollte ich da heute drüber sprechen. Auch weil ich allzu oft wegschaue, wenn es darum geht, wie die Corona-Krise andere Länder betrifft, als jene 3,4,5, über die die Nachrichten sonst noch berichten. Egal wen Sie derzeit anrufen bei einem der Hilfswerke für Afrika, Lateinamerika oder den Nahen Osten: Überall würden Sie gerade hören, wie die Pandemie dort krasser wütet als hierzulande.

Und ehrlich gesagt, macht es mich dann wütend, wenn ich, durch die Boulevard-Presse befeuert, hier das Geschrei höre: „Die anderen impfen aber viel schneller als wir!“ Oder: „Wo bleibt Merkel?“

Unsere Kanzlerin hat schon im November gesagt, gleich als der Durchbruch beim Impfstoff kam: Wir können die Impfdosen jetzt nicht nur für uns in Beschlag nehmen, sondern müssen auch an die Länder denken, die nicht so erfolgreich „Hier“ schreien können, weil ihnen dafür das Geld fehlt, das Know-How, die Infrastruktur.

Ich finde es sehr christlich, gerade in dieser Zeit der Pandemie, nicht nur an sich zu denken. Und an sein Land. Diese Pandemie betrifft die ganze Welt. Und deshalb ist mir das heute so wichtig, darüber zu sprechen, weil heute eigentlich in allen katholischen Gottesdiensten die Fastenaktion von Misereor eröffnet würde – dem  größten katholischen Hilfswerk weltweit. Aber: Noch immer fallen vielerorts die Gottesdienste aus. Und nicht nur „Misereor“, sondern auch „Brot für die Welt“ oder das Hilfswerk „Adveniat“, von dem ich den Weckruf aus Manaus bekam[i] – die ringen gerade um jede Spende, um weltweit zu helfen.

Und so schlimm das alles am Amazonas ist, so sehr berührt es mich, dass der Hilferuf der Bischöfe von dort bis in mein Mailpostfach nahe dem Kölner Dom dringt – weil Christen eben weltweit vernetzt sind. Diese Krise zeigt mir, wie meine Verantwortung als Christ weltkirchlich ist.


[i] https://www.adveniat.de/informieren/aktuelles/corona-hilferuf-der-adveniat-partner-in-brasilien/

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