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Hörmal | 22.03.2020 | 07:45 Uhr

Aufbruchstimmung

Es ist Sonntag und normalerweise ist das ja der Ruhetag. Aber was ist in diesen Tagen noch normal? Seit dieser Woche ist in Deutschland gefühlt überall Ruhetag: Social Distance herrscht. Keine öffentlichen Versammlungen, kein Fußballspiel im Stadion, keine Feiern, keine Gottesdienste und damit Ruhe auf vielen Straßen. Und das ist gerade wichtig. Allerdings – für mich fühlt sich das an wie die Ruhe vor dem Sturm.

Aber zurück zur letzten Woche. Ich weiß nicht, wie Ihre Woche war. Meine jedenfalls war eigentlich gar nicht so ruhig, wie ich eben gesagt habe. Auch wenn Köln , wo ich wohne und arbeite sichtlich ruhiger geworden ist, bei mir herrschte Aufbruchsstimmung. Weil einfach so viel zu erledigen war: Ich habe mir das Ohr wund telefoniert seit Montag.

Am Mittwoch habe ich zu Freunden gesagt: Das ist hier gerade so wie die Tage vor dem Aufbruch zu einer großen Reise. Das Gefühl kenne ich ganz gut: ich habe mal eineinhalb Jahre in Israel verbracht und ein Jahr in den USA. Beide Male waren die letzten Tage davor besonders: Das war eine Zeit, wo ich alles aufgesogen habe: die Eindrücke von der Natur, den letzten Sonnenuntergang in Deutschland. Ich habe jedes Mal in der Zeit davor versucht, mit so vielen Menschen wie möglich Kontakt aufzunehmen. Mit Opa, von dem ich nie wusste, ob ich ihn noch mal wieder sehen würde – mit guten Freunden noch ein letztes Bier trinken. Und so weiter. Meine Erfahrung: Vor einer großen Reise erhöht sich die Kontaktdichte. Und fast immer wünscht man sich bei der letzten Begegnung dann auch: „Bleib gesund und pass auf dich auf!“.

Wie oft ich diesen Satz letzte Woche gehört habe. Kaum zu glauben. Ich denke, das ging Ihnen ähnlich. "Bleib gesund“ ist gerade ein ziemlich realer Wunsch…nichts daher Gesagtes. Sondern ein richtiger Wunsch.

Und das gerade alles ohne Umarmen, ohne Knuddeln, ohne Küsschen und Prost – denn seit dieser Woche herrscht halt „Social Distance“. Der Virus sorgt dafür, dass wir unser Zusammensein ganz neu gestalten müssen. Aber wie gesagt: meine Woche war trotz social Distance geprägt von ganz vielen Begegnungen, Gesprächen und guten Wünschen – über Telefon, übers Internet und insofern hat sich das bei mir angefühlt wie ein Aufbruch zu einer großen Reise – ins Unbekannte.

Ja, so ist das doch. Wenn ich nach China gucke und auf Italien, dann habe ich nur eine Ahnung davon, wo die Reise hingeht. Das ist ein Blick ins Ungewisse. Der Apostel Paulus hat so ein ähnliches Gefühl schon gekannt. Und er hat mal einen berühmten Brief an die Gemeinde in Korinth geschrieben – quasi in Social Distance. Die vielleicht bekanntest Stelle aus dem Brief ist diese (1 Kor 13,12f):  „Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“

Soweit Paulus. Wie gesagt: diese Woche hat sich für mich angefühlt an wie der Aufbruch zu einer Reise. Und auch wenn niemand derzeit weiß, wohin genau die Reise führt: Nach dieser Woche, mit ganz vielen lieben Gesprächen, bin ich gut gestimmt, dass am Ende dieser Reise die Liebe wirklich größer sein wird  

Kommen Sie gut durch die nächste Woche! Bleiben Sie gesund und: Passen Sie gut auf sich – und ihre Lieben – auf!

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