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Kirche in WDR 3 | 30.04.2020 | 07:50 Uhr

Tanz in den Mai

Sprecher:        „Die Hexen zu dem Brocken ziehn,  

Die Stoppel ist gelb, die Saat ist grün.

Dort sammelt sich der große Hauf,

Herr Urian sitzt obenauf.

So geht es über Stein und Stock,

Es farzt die Hexe, es stinkt der Bock“

Ein ungewöhnlicher Auftakt für ein Wort der Kirche am Morgen.

Sicher!

Die Worte stammen aus dem „Faust“ von Johann Wolfgang Goethe.

Und was er in den Worten des Hexenchores beschreibt passt zum heutigen Tag:

Es handelt sich um die sogenannte Walpurgisnacht.

Früher galt die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai als die Nacht, in der die Hexen auf dem Brocken ein großes Fest feiern. Dahinter verbirgt sich die Vorstellung eines rauschhaften Tanzfestes dämonischer Mächte mit dem Teufel. „Herr Urian“ wird der im Faust genannt. Das Dämonische der Walpurgisnacht wird heutzutage nur noch folkloristisch am Brocken gefeiert und soll vor allem Touristen locken. Aber was sich davon in die Neuzeit gerettet hat, ist der „Tanz in den Mai“.

Am Vorabend des arbeitsfreien Maifeiertags bietet er Gelegenheit zu Tanz und Geselligkeit.

Klar, dass das derzeit alles ausfällt. Viele würden sich jedoch heute gerne ein solches Stück Normalität wünschen.

Viel wird derzeit zur Corona-Pandemie geschrieben und gesagt. Bei manchen Äußerungen gewinnt man den Eindruck, dass teuflische und dämonische Mächte hinter der weltweiten Not stecken.

So wenig geistreich solche Erklärungsversuche sind, so wenig dämonisch ist übrigens der Name der Walpurgisnacht vom Ursprung her.

Der Name des Festes leitet sich nämlich von der heiligen Walburga ab. Sie stammt aus England und hat im 8. Jahrhundert in Deutschland als Missionarin und Äbtissin eines Klosters in Heidenheim gewirkt.

Der Gedenktag dieser Heiligen wird traditionell am 1. Mai gefeiert, wohl dem Tag ihrer Heiligsprechung. In der Walpurgisnacht wurde die nächtliche Gebetsfeier begangen.

Wundersame Dinge werden aus dem Leben der heiligen Walburga berichtet:

So soll einmal auf wunderbare Weise ein helles Licht im Schlafraum des Klosters erschienen sein, sichtbar bis zum Morgen im ganzen Kloster.

Wundersames, aber nichts Dämonisches.

Und auch wenn es zahlreiche Gemälde und Stiche von ausschweifenden Hexentänzen gibt, so stößt man beim Tanzen keineswegs auf den Teufel.

Wenn ich tanze, dann erlebe ich das als ein über mich selbst herausschreiten.

Beim Tanzen vergesse ich die Zeit, die Sorgen und die Zwänge.

Sich der Musik, dem Takt, dem Tanzen mit dem Partner oder Partnerin hingeben hat etwas Zeitloses und Schwebendes.

Tanzen erlebe ich als etwas Befreiendes und Ekstatisches.

Ja, Tanzen hat etwas Göttliches, ist eine Begegnung mit dem Heiligen, dem ganz Besonderen.

Vom Heiligen Augustinus wird folgender Satz überliefert: „Oh, Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen!"

Was kann uns das heute sagen; in Zeiten des „Lock down“, in denen nichts mehr so ist, wie es vor Corona mal gewesen ist?

Einen Tanz in den Mai in prall gefüllten Sälen und auf vollen Plätzen wird es heute nicht geben. Aber die Gelegenheit ist da durch Tanzen für einen Moment die Zeit, die Sorgen und die auferlegten Zwänge zu vergessen!

Tanzen wir über uns selbst heraus, als eine Begegnung mit etwas Heiligem.

Machen Sie das heimische Wohnzimmer zum Tanzsaal.

Und wenn auf Balkonen und Terrassen derzeit gesungen, geklatscht und musiziert wird, dann sind dies auch bestimmt wunderbare Ort zum Tanzen.

Tanzen wir – jede und jeder für sich – aber gemeinsam heute in den Mai,

Ihr Peter Krawczack aus Düsseldorf

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