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Kirche in WDR 4 | 16.04.2021 | 08:55 Uhr

Totengedenken zu Corona

Papst Franziskus hat das Bild von der Kirche als Feldlazarett erfunden. Damit meint er, dass die Kirche dort wirken muss, wo die Menschen in Not sind, verletzt und geschunden. Er sagt auch, die Kirche müsse an die Ränder gehen. Das meint das Gleiche, etwas friedlicher.

Ja, das „Feldlazarett“ stammt aus der Kriegssprache. Und die wurde in den letzten Monaten öfter bedient in Bezug auf Corona. Aber es ist ja so: Wir kämpfen gegen das Virus. Und: es gibt Opfer. Über 2 Millionen weltweit mittlerweile, über 80.000 in Deutschland.

Und daher gibt es übermorgen etwas, das sonst nur bei Kriegsereignissen stattfindet. Einen Gedenktag – nicht für die Gefallenen, aber für die Opfer der Pandemie. Gut so! Wichtig so! Bundespräsident Steinmeier lädt für den 18.4. zur nationalen Gedenkfeier ein. Die wird in Berlin stattfinden. Aber vor Ort kann jeder und jede eine Kerze ins Fenster stellen. „Hashtag“-Lichtfenster heißt die Aktion. Sie können Fotos von der Kerze machen und anderen schicken.

 

Zurück zum Feldlazarett, also zur Rolle der Kirche in der Pandemie.

Zum Glück konnte ich immer in die Hospize und die Krankenhäuser, um die Krankensalbung zu spenden. Knapp einhundert Menschen aus unserer Pfarrei sind gestorben. Bei den Beerdigungen war es anders als sonst. Zum Trauergespräch vorher treffe ich mich in normalen Zeiten für eine gute Stunde, bei den Angehörigen zu Hause oder im Pfarrhaus.

Jetzt geschieht das am Telefon. Das funktioniert erstaunlich gut, denn die Angehörigen hatten immer Verständnis, dass ich als fast Siebzigjähriger ein Hochrisikopatient bin. Leider kann ich nicht mehre Kaffee und Kuchen beim Gespräch anbieten wie sonst. Ich schicke jedes Mal aber ein Päckchen mit einem Büchlein und guten Worten von Pater Anselm Grün.

Auf den Friedhöfen sind in den Trauerhallen nur 11 bis 23 Plätze. In Frechen, wo ich beerdigt habe, sind alle Trauerhallen ganz zu. Die meisten stehen drußen, und die Ansprache und die Musik wird dann nach außen übertragen. Am einfachsten ist es bei Baumbestattungen,; dann verteilen sich die Menschen im Wald.

 

So viele Menschen konnten sich seit Corona nicht von ihren Verstorbenen verabschieden, wie sie es wollten. So viele wurden in „Grabesstille“ beerdigt. Es ist an uns – all diesen die letzte Ehre zu erweisen. Dafür ist übermorgen Zeit. Machen Sie mit – stellen Sie eine Kerze ans Fenster. Die Toten ehren – das ist ein Dienst in dieser Zeit, der nicht nur für die Betroffenen wichtig ist- das ist im besten Sinne: „Gottesdienst“.

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