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Kirche in WDR 3 | 06.09.2019 | 07:50 Uhr

Telefonseelsorge - Rund um die Uhr bereit


Es ist 8.22 Uhr. Der Anrufer klagt sein Leid. Arbeitslos. Hartz IV. Qualifikationen hat er genug. Aber er hat keine Aufgabe… und auch kein Geld. Ist das Leben?

10.45 Uhr. Eine Schülerin wird von Mitschülern bedroht. Sie hat große Angst und findet bei Erwachsenen keine Hilfe.

11.00 Uhr. Eine alte Dame ruft an. Sie ist gerade aufgestanden und will einfach nur „Guten Morgen“ wünschen.

Alle diese Anrufer haben die Telefonnummer 0800/111 0 111 gewählt, oder 0800/111 0 222. Und dann hören sie am anderen Ende der Leitung: „Guten Tag. Hier spricht die Telefonseelsorge.“

Vor kurzem hat die Telefonseelsorge in Deutschland ihr 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Seit Jahrzehnten also sitzen Ehrenamtliche rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr am Telefon. Von Anfang an war das Angebot in christlicher Trägerschaft: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst – warum nicht auch am Telefon?!

Ursprünglich verstand sich die Telefonseelsorge allein als Unterstützung für Menschen mit Suizidabsichten. Wer sich „lebensmüde“ fühlte, so hieß das damals, kann sich bei der Telefonseelsorge melden. Die Aufgabe der Telefonseelsorge bestand dann darin, den Gefährdeten von seiner Absicht abzubringen: erstens durch das Gespräch. Zweitens mit Hilfe von Gebeten, was uns heutzutage kaum noch nachvollziehbar ist.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Telefonseelsorge vielfältig weiter entwickelt. Heutzutage gehen bei ihr deutschlandweit pro Jahr mehr als 1,5 Millionen Anrufe ein. Immer ist der Kontakt zwischen dem Anrufenden und der Telefonseelsorge anonym.

Menschen aus allen Generationen rufen an, darunter besonders viele allein Lebende. Das Thema „Suizid“ – heute ist das nur noch eines unter vielen. Weit häufiger leiden Anruferinnen und Anrufer unter psychischen Problemen, unter Schwierigkeiten in Partnerschaft und Familie oder unter Einsamkeit.

Warum ich das weiß? Weil ich selber acht Jahre in der Telefonseelsorge mitgearbeitet habe. Ehrenamtlich. So wie das über 7.500 Männer und Frauen derzeit machen. Beeindruckt hat mich, wie intensiv ich damals geschult wurde, bevor ich das erste Mal am Telefon saß. Denn jemandem mit offenem Ohr und offenem Herzen zuzuhören – das will gelernt sein.

Was das konkret heißt? Keine Lösungsvorschläge für die anrufenden Menschen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe. Das Telefonat soll den Anrufer ermutigen, selber die beste Lösung für seine aktuellen Schwierigkeiten zu finden. Getreu der Devise: Jeder Mensch ist sein eigener Experte. Und diese Erfahrung trägt weit über ein Telefonat mit der Telefonseelsorge hinaus.

Kommen auch Sie heute gut durch den Tag und freuen Sie sich dabei an Ihren persönlichen Erfahrungsschätzen. Das wünscht Ihnen Hubertus Lutterbach aus Münster.



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