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Kirche in WDR 2 | 26.11.2020 | 05:55 Uhr

Nicht dafür

 „Nicht dafür!“ Höre ich immer wieder. Dabei habe ich mich nur bedanken wollen. Zum Beispiel beim Nachbarn, dem mit dem Hochentaster, den ich nie selber kaufen wollte, aber prima für den Baumschnitt gebrauchen kann. Oder bei der Lehrerkollegin, die mit mir bereitwillig ihre Schulstunden tauscht. Nicht zu ihrem Vorteil, um ehrlich zu sein. Oder beim Bahnfahrer, der mir beim Aussteigen meine liegengelassene Mütze hinterherbringt. „Klasse! Danke!“ – „Ach, nicht dafür!“

Nicht dafür? Nee, genau dafür. Vielleicht bin ich altmodisch oder habe da was verpasst. Menschen haben über Jahrtausende das Zusammenleben so gestaltet, dass alles so ein bisschen Nehmen und ein bisschen Geben ist. Vieles wurde getauscht, mit der Zeit wurde immer mehr bezahlt: Lebensmittel, Wertgegenstände, Dienstleistungen. Aber natürlich hilft man sich auch immer noch einfach so, weil man sich mag oder zufällig da ist oder einfach weiß, dass Menschen immer aufeinander angewiesen sind und man sich immer mal gegenseitig helfen muss. Einfach so. Dafür gab und gibt es dann „Danke“. Die Möglichkeit, etwas zurückzugeben für etwas, das eben einfach so gegeben wird. Damit das eben nichts Gönnerhaftes von-oben-herab hat. Ich kann etwas zurückgeben, eine ideelle Währung. Mein „Danke“ soll Wertschätzung, Lob und Freude ausdrücken, alles zugleich für das, was mir jemand ganz freiwillig Gutes getan hat. Dann ist die Welt für mich in Ordnung. Und für die/den anderen dann auch, dachte ich. Ein „Nicht dafür“ stört mich dabei.

Wofür denn dann? Es kommt ja wohl nicht gleich die nächste freundliche Geste, für die ich dann dankbar sein kann? Nein, das „Danke“ lasse ich mir nicht nehmen. „Nicht dafür?“ – „Doch, genau dafür!“

Man stelle sich mal Psalm 136, ein Gebet aus der Bibel vor, wo es ungefähr so heißt: „Danket Gott, denn er ist freundlich. Er tut große Wunder, hat den Himmel mit Weisheit gemacht, die Erde ausgebreitet. Danket Gott, denn er hat die Sonne geschaffen, um den Tag zu regieren, den Mond und die Sterne für die Nacht. Danket Gott.“ Man stelle sich vor: Solch ein Gebet, hinausgerufen in die Welt! Und von oben kommt nur ein: „Nicht dafür, Mensch!“ Aha. Geht gar nicht, oder?

Heute ist ein guter Tag „Danke“ zu sagen. Und ebenfalls ein guter Tag, dieses „Danke“ einfach lächelnd zu akzeptieren. Weil beide etwas davon haben.

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