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Hörmal | 01.01.2020 | 07:45 Uhr

Schnapszahl 2020


Zunächst wünsche ich Ihnen allen ein frohes und gesegnetes neues Jahr 2020!

Die Jahreszahl 2020 ist ja eine Schnapszahl: 20 20. Ich habe gelesen, dass der Ausdruck vom Spielen kommt. Wenn zum Beispiel beim Kartenspiel Punkte gezählt werden und das Ergebnis eine Schnapszahl ergibt, wird eine Runde ausgegeben – oft eben ein Schnaps und daher dann die Rede von der Schnapszahl. Naja, und wenn man genug Schnaps getrunken hat – so eine andere Erklärung – dann kann man auch leicht die einzelnen Ziffern doppelt sehen.[1] Egal – ob Spiel oder Schnaps, Zahlen mit denselben Ziffern kann man sich eben gut merken. Kein Wunder, dass für den 20.02.2020 schon viele Hochzeiten in den Standesämtern und Kirchen angemeldet sind. So ein Hochzeitsdatum ist eben gut zu behalten. Und viele Menschen schreiben einer Schnapszahl auch eine gewisse magische Kraft zu. Ob deswegen die Ehen besser halten? Eine Studie jedenfalls von der Universität Melbourne in Australien hat nachgewiesen: Ehen, die an einem Schnapszahl-Datum geschlossen werden, scheitern häufiger als Ehen, die an ganz „normalen“ Tagen geschlossen werden.

Und eine Erklärung dafür hat die Untersuchung auch gleich mitgeliefert: Paare, die an einem x-beliebigen Datum heiraten, passen oft besser zusammen und können sich mehr auf Gemeinsamkeiten verlassen.[2]

Wie dem auch sei. Ein bewusst gewähltes Hochzeitsdatum – und sei es in Form einer Schnapszahl – ist jedenfalls keine Garantie für das Gelingen einer Ehe. Andernfalls hätte das ja etwas mit Magie zu tun. Außerdem ist ja gerade der Bezug auf die Jahreszahl letztlich willkürlich:

In unserem Kulturkreis berufen wir uns mit dem Jahr 2020 auf die Geburt Jesu. Im jüdischen Kalender beispielsweise haben wir jetzt bereits das Jahr 5780, denn hier beginnt die Zählung mit der – so von Rabbinern festgelegten – Erschaffung der Welt. Und die islamische Jahreszählung fängt an mit dem Tag, als Mohammed von Mekka nach Medina auswanderte, so dass wir aus muslimischer Sicht heute erst das Jahr 1441 haben. Kurz gesagt: Alle Zeitrechnungen und Jahreszahlen bleiben letztlich ungenau und stellen nur Festlegungen dar – meist von Religionen geprägt.

Dennoch: Sie haben sicherlich gestern Silvester gefeiert und das Neue Jahr 2020 begrüßt. Silvester war ein römischer Papst und gestern war sein katholischer Gedenktag. Dass heute das Jahr 2020 beginnt hat auch mit einem Papst zu tun, der hieß Gregor XIII. Und vor fast 440 Jahren hat der den Kalender umgestellt. Nach diesem „gregorianischen Kalender“ – so heißt er offiziell – richtet sich weltweit der bürgerliche Kalender. Papst Gregor ließ damals ganz nüchtern nachrechnen. Und obwohl er so nüchtern war galt für ihn, wie für die meisten Menschen seiner Zeit, das jeweilige Jahr immer als das „Jahr des Herrn“. Denn die Jahreszählung ging für ihn immer auf die Geburt Jesu zurück. Und so schrieben Menschen auch lange Zeit: „Anno Domini“, also „Jahr des Herrn“ und dann die Jahreszahl dahinter.

Wie bei einer Schnapszahl muss dahinter keine Magie stecken. Aber die Vorstellung, dass alle Zeit unter Gottes Segen steht, die finde ich tröstlich. Daher: Anno Domini auch im Jahr mit der Schnapszahl 2020.


[1] Vgl.: https://www.vogtsbauernhof.de/de/museum/wussten-sie-schon/schnapszahl [2] Vgl.: https://www.glamour.de/liebe/beziehung/schnapszahl-hochzeit

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