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Kirche in WDR 4 | 29.10.2020 | 08:55 Uhr

Lieferkettengesetz

Halten Sie sich an Ihrem Kaffee fest: Denn ich belästige Sie jetzt mit einem Thema, was keinen lockeren Start in den Tag bedeutet und niemanden ruhig schlafen lassen kann, der Kinder hat und sich um die Zukunft sorgt. Es geht um Kinderarbeit, Umweltschutz und Menschenrechte. Diese Probleme könnten durch ein Lieferkettengesetz bekämpft werden.

Das Lieferkettengesetz ist kein Teil aus dem Naturwissenschaftsunterreicht, den Sie vergessen haben, wie das Masseerhaltungsgesetz, das Uniformitätsgesetz oder das Plancksche Strahlungsgesetz, sondern es geht ganz einfach darum, dass Deutschland Firmen mit über 500 Angestellten dazu verpflichtet, dass sie genau wissen, woher ihre Produkte kommen, wie sie produziert und transportiert werden bevor sie dann hierzulande an den Kunden bzw. die Kundin gebracht werden. Und wenn die Unternehmen dabei feststellen, dass bei der Produktion von z.B. Kaffe, die Bauern sich selbst und ihre Böden mit Pestiziden vernichten, dass auf einer Kakaoplantage Kinder schuften müssen, oder dass riesige Flächen Regenwald wegen der Fleischproduktion vernichtet werden, müssen sie dagegen etwas unternehmen oder sich andere Partner suchen. Tun sie das nicht, dann droht ihnen ne Klage.

Die Unternehmen und Wirtschaftsverbände sagen: „Mimimi, wir können doch unmöglich haftbar sein für etwas, das unser Geschäftspartner im Ausland verbockt. Schließlich macht der ja was falsch und nicht wir.“ Hört sich anfänglich halbwegs logisch an, ist es aber nicht!!!!

Das ist genau das gleiche blöde Argument, was uns Herr Tönnies vor ein paar Wochen aufgetischt hat. „Die Arbeiter in meiner Firma, das sind ja gar nicht meine Arbeiter! Das sind die Arbeiter meines Subunternehmers, da kann ich ja dann doch nix dafür????“

Wenn die reichen Staaten der Erde sich weiter auf die Argumentation einlassen, dann wird sich natürlich niemals irgendwas ändern.

Ein Politiker der für das Lieferkettengesetz ist, hat gesagt: "Ich hab das alles gesehen. Das Elend. Den Dreck. Die Kinderarbeit. Ich red hier nicht vom Pferd." Und wissen sie was, der ist nicht mal links-grün versifft. Nee. Der Mann ist von der C S U. Das hat unser Entwicklungshilfeminister Müller aus Bayern gesagt. Der Mann hat einfach zu viel Mist in der Welt gesehen und sich deswegen entschlossen das C im Namen seiner Partei ernst zu nehmen.

Machen wir uns nichts vor. Wir alle profitieren schon sehr lange von Zuständen in der Welt, die hier in Deutschland alle schon lange verboten sind. Niemand von uns würde akzeptieren wenn im Münsterland Kinder 16 Stunden am Tag auf dem Feld arbeiten müssten. Aber Afrika und Asien sind weit weg, aber nicht weit genug, dass wir uns die Jeans, die Schokolade und den Kaffee nicht in den Supermarkt um die Ecke liefern lassen würden. Wir alle und daher natürlich auch ich tragen Mitschuld. Aber ich kann beim Einkauf auf Fair Trade setzen. Und ich kann lautstark für das Lieferkettengesetz werben… Habe ich hiermit getan…und einen guten Morgen noch, allerseits.

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