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Hörmal | 27.09.2020 | 07:45 Uhr

Gott im Kranken begegnen


Gut, dass es ambulante Pflegedienste gibt. Als meine Mutter mit über 90 Jahren körperlich immer mehr abbaute, aber partout in ihrer Wohnung bleiben und nicht in ein Altenheim ziehen wollte, da war die Unterstützung durch einen Pflegedienst ein echter Segen: Morgens kam eine Pflegerin und half beim Waschen und Anziehen vor allem der engen Kompressionsstrümpfe. Dann verabreichte sie die Medikamente, sah, ob sonst alles in Ordnung war, und hielt noch ein kurzes Schwätzchen – soweit der eng getaktete Zeitplan das zuließ. Abends kam eine andere Pflegerin und half beim Zu-Bett-Gehen.

Durch den Pflegedienst konnte meine Mutter noch längere Zeit zu Hause leben, bis es irgendwann nicht mehr ging und sie doch in ein Altenheim umziehen musste.

Gut, dass es ambulante Pflegedienste gibt, die bei vielen Pflegebedürftigen oft noch viel mehr leisten müssen als bei meiner Mutter. Und das in Zeiten von Corona, wo das für alle Beteiligten nicht ohne Risiko ist. Ich sage nur „Social Distance“. Denn bei der Pflege kommen sich die Menschen, die ja nicht zu einem Haushalt gehören, sehr nahe.

Heutzutage gibt es bundesweit über 15.000 Pflegedienste, von der Caritas über die Diakonie, das Deutsche Rote Kreuz, bis hin zu vielen privaten Anbietern. Allen, die hier arbeiten – wie auch den vielen anderen Pflegerinnen und Pflegern in Krankenhäusern, Altenheimen und anderen Pflegeinrichtungen – will ich einfach Danke sagen für ihren Dienst gerade jetzt in der Corona-Zeit: Sie alle helfen mit, dass Menschen besser leben können, trotz Altersschwäche, Krankheit oder Behinderung.

Das Modell der ambulanten Krankenpflege ist übrigens nichts Neues. Der Heilige Vinzenz von Paul, der genau heute vor 360 Jahren gestorben ist, hatte bereits die Idee dazu. Zusammen mit der adeligen Witwe Luise von Marillac gründete er die Ordensgemeinschaft der „Töchter der christlichen Liebe“, auch Vinzentinerinnen genannt. Beide sammelten Frauen um sich vor allem aus ländlichen Gebieten, um mit ihnen in Paris und anderen Städten soziale Arbeit zu leisten. Das besondere dieser neuen Gemeinschaft war: Die Frauen lebten nicht hinter Klostermauern in strenger Klausur und trugen ursprünglich auch keinen Schleier und keine Ordenstracht, sondern die einfache Kleidung bretonischer Landfrauen. Sie waren also ganz weltlich ausgerichtet und legten nur Gelübde auf Zeit ab. Sie gingen von Haus zu Haus, um kranke und alte Menschen zu pflegen. Vinzenz von Paul beschrieb das revolutionär Neue seiner Ordensschwestern so: „Ihr habt als Kloster die Häuser der Kranken, als Zelle eine Mietkammer, als Kapelle die Pfarrkirche, als Kreuzgang die Straßen der Stadt, als Klausur den Gehorsam, als Gitter die Gottesfurcht und als Schleier die heilige Bescheidenheit.“[1]

Apropos Ordensschwestern: Wenn heute die Krankenpflegerinnen noch als Schwestern bezeichnet werden, dann erkennt man daran noch, dass der moderne Beruf eigentlich Wurzeln in einer christlichen Ordensgemeinschaft hat. Und vielleicht wird das auch deutlich in einem anderen Gedanken von Vinzenz von Paul, der weit über das Wirken als Krankenschwester hinausgeht und eigentlich jedem gilt, der sich der Kranken und Hilfebedürftigen annimmt. Vinzenz sagt:  „Wenn eine Schwester zehnmal am Tag die Kranken besucht, dann wird sie zehnmal am Tag Gott treffen.“[2]

Was für eine Aussicht!

[1] https://www.vinzentinerinnen.de/wir-vinzentinnerinnen/kirchengeschichte-wird-neu-geschrieben/

[2] Zitiert nach: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienV/Vinzenz_von_Paul.html.

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