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Kirche in WDR 5 | 12.06.2020 | 06:55 Uhr

Worauf höre ich?

In den letzten Wochen las ich immer wieder in der Apostelgeschichte, einem Buch des Neuen Testamentes. Und ich las einmal wieder, wie die Christen damals begannen, sich zu organisieren und ihr Leben zu strukturieren. Vieles davon fand ich in Situationen der Gegenwart wieder.

So auch in den Berichten über das Wirken des Apostel Paulus in Ephesus. Über zwei Jahre verkündete er dort den Glauben an Jesus, den auferstandenen Herrn. Und das mit Erfolg. Aber natürlich gab es auch diejenigen, die sich gegen Paulus und seine Botschaft stellten. Sie hetzten die Leute auf und es heißt: „Die ganze Stadt geriet in Aufruhr“ (Apg 19,29). Die Apostelgeschichte erzählt: „Dort schrien die einen dies, die anderen das; denn in der Versammlung herrschte ein großes Durcheinander und die meisten wussten gar nicht, weshalb man überhaupt zusammengekommen war“ (Apg 19,32).

Und das liest sich doch wie ein Bericht aus der Jetzt-Zeit. Manchmal gibt es politische Gruppen, in denen sich alle sammeln, die über irgendetwas unzufrieden sind. Dabei verbindet sie einzig ihre Unzufriedenheit, nichts wirklich Inhaltliches. Und sie sind auf jeden Fall „dagegen“ – wogegen auch immer. Es erinnert mich an diese Versammlung in Ephesus.

Und es erinnert mich – Sie werden Sich wundern – an den Zeichentrickfilm „Findet Nemo“. Nemo ist ein Fisch und Fische sind die Hauptdarsteller in diesem Film. Am Ende des Filmes gibt es eine eindrucksvolle Szene: In einem großen Netz haben Fischer – Menschen kommen in diesem Film nur als Bedrohung vor – einen ganzen Fischschwarm gefangen. Und während das Netz nach oben gezogen wird, herrscht innerhalb des Netzes ein zappelndes Chaos. Alle schwimmen durcheinander in alle Richtungen – wie in Ephesus: sie schreien alle durcheinander und wissen gar nicht mal, warum sie überhaupt in dem Netz sind.

Eine von Panik erfasste Menge. Im Film ist die Lösung ganz einfach: Ein Fisch schwimmt außen um das Netz herum und ruft den gefangenen Fischen immer wieder zu: „Schwimmt nach unten!“ Schließlich begreifen sie es und schwimmen alle in die gleiche Richtung, der Bewegung des Netzes entgegen. Dabei entwickeln sie eine solche Kraft, dass am Ende das Netz reißt, und sie sind frei.

Manchmal bin ich in so einem Netz der Panik gefangen und spüre nichts als Bedrohung. Gerade die noch immer gefährliche Corona-Pandemie hat bei vielen so ein Gefühl ausgelöst. Und dann zeigt sich, wer wirklich etwas zu sagen hat, was mich meine Kraft mit anderen bündeln lässt. Da ruft jemand von außerhalb des Netzes: Schwimmt alle in eine Richtung – und das Netz der Panik reißt.

Es genügt nicht, sich zusammen zu schließen, nur weil man unzufrieden ist. Das erzeugt nur Durcheinander und das Gefühl, im Netz gefangen zu sein. Worauf höre ich in einer solchen Situation? Wo finde ich gerade dann ein Wort, das zum Leben hilft? Und das nicht allein, sondern mit andern gemeinsam! Erst dann entwickelt das Wort die ganze Kraft, die in ihm steckt. Niemand ist allein Christ. Am Ende kann ich dann mit Psalm 124 beten: „Das Netz ist zerrissen und wir sind frei!“

Den Mut, auf ein Wort des Lebens zu hören und es mit anderen zu teilen, wünscht Ihnen für heute Sr. Ancilla Röttger aus Münster.

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