#
Aktuelles

Beiträge auf: wdr2 

katholisch

Kirche in WDR 2 | 01.03.2021 | 05:55 Uhr

Wenn einer fehlt

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist das Wochenende rum.  Tja, und gestern, am Sonntag haben meine Frau und ich unser Pferd besucht. Ramina steht am Stadtrand von Köln. Und sonntags machen wir oft einen Spaziergang mit Pferd und Hund durch den Wald. Wie wunderbar ist das.

Vor einigen Wochen aber war die Stimmung sehr gedrückt. Ein Pferd aus Raminas Herde hatte beim Ausreiten gescheut. Eine plötzliche Bewegung eines anderen Tieres hat ihr Angst gemacht. Und da Pferde ja Fluchttiere sind ist es prompt losgaloppiert, wahrscheinlich in einem Loch hängen geblieben und gestürzt. Dabei hat es sich ein Bein gebrochen – und zwar so schwer, dass der Tierarzt nicht mehr helfen konnte und es töten musste. Großer Schock für alle. Für die Besitzerin am meisten, aber auch die anderen aus dem Stall waren sehr traurig. Und auch die Pferde aus Raminas Herde haben den Verlust gespürt und sind ein paar Tage bedröppelt herumgestanden.

Ich habe gedacht: Wenn einer fehlt verändert sich alles. Da hast du sich jahrelang liebevoll um ein Pferd gekümmert. Hast es ausgebildet, gepflegt, gestriegelt, ernährt. Hast gebangt, wenn es krank war und der Tierarzt kommen musste. Hast dich gefreut, wenn es angelaufen kam, sobald du deinen Kopf um die Koppelecke geschoben hast. Bist mit dem Pferd in die Sonne getrabt. Und von jetzt auf gleich passiert so ein Mist. Und du bist allein. Wenn einer fehlt, verändert sich alles. Ob ein Mensch oder ein Tier fehlt. Egal.

Wenn einer fehlt, verändert sich alles. Die ganze Welt. Dann ist da auf einmal eine Lücke.

Tja. Und jetzt?

Wenn einer fehlt rücken die anderen zusammen. Wir lassen dich nicht allein. Diese Lücke ist uns nicht egal. So denken die anderen im Stall. Und kümmern sich um die, die von jetzt auf gleich traurig und schockiert ist. Das siehst du auch bei den anderen Pferden in der Herde. Auch die spüren ja, dass etwas anders ist. Eine, die der ganzen Herde Sicherheit gegeben hat ist nicht mehr da. Und nun rücken auch die restlichen Tiere zusammen.

Wenn einer fehlt, ist das schrecklich. Mensch, Tier, egal. Es fehlt einer, denn du liebgehabt hast. Und der dich gemocht hat. Da gibt es nichts drumherum zu reden. Neulich hat mir eine Hörerin geschrieben: „Mir hat noch nie ein Engel geholfen. Ich hab meinen Opa verloren. An Alzheimer. Alles Lüge. Ich hab meinen Glauben verloren.“ Da tut sich ein Loch auf – und keiner siehts.

Heute ist wieder Montag, und ich denke heute an die Lücken. Wo einer fehlt, irgendeiner, und alles ändert sich. Ich danke denen, die sich kümmern. Und ich denke an die, die an den Lücken stehen – allein. Und ich bete darum, dass ich die Lücken nicht übersehe. Danken, dran denken und beten. Das will ich tun. Nicht nur an einem Montagmorgen.

evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen