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Kirche in WDR 3 | 21.09.2020 | 07:50 Uhr

Da bist du platt

Guten Morgen!

 

Bestimmt hatten Sie auch schon mal am Fahrrad einen Platten? Oder einfach zu wenig Luft im Reifen? Mich nervt das ohne Ende. Da will ich schnell los, was besorgen, das Auto stehen lassen - und dann heißt es: Erstmal aufpumpen oder flicken.

Mit einem Platten kann ich nicht losfahren. Das kennt jeder. Da nutzt auch das neueste E?Bike nichts - oder dieses und jenes schicke Zubehör.

Mit einem Platten kann ich nicht losfahren. Aber dafür ist das Fahrrad ja eigentlich da. Der teure Sattel, das LED-Licht oder die bunte Gepäcktasche - das alles dient ja nur dazu, dass das Radeln angenehmer oder sicherer ist. Aber wenn ich nicht damit fahren kann, nützt das tollste Rad nichts.

 

Und genau so ist es auch mit dem Glauben. Glauben kann ich nicht als Zuschauer. Klar kann ich irgendwie gut finden, dass es das gibt oder dass Menschen religiös sind. Aber davon glaube ich noch nicht und erlebe auch nicht wie das ist. Glauben muss ich ausprobieren und praktizieren - genau wie das Radfahren. Sonst wird es nichts mit der schönen Tour.

In der Bibel hat das einmal jemand so formuliert: „Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein.“ (Jakobus 1,22)

 

Was Fahrradfahren ist und wie man das macht, das wissen viele. Was christlicher Glaube aber ist und wie man das macht – das ist gar nicht so einfach zu sagen. Vielen ist das heute verloren gegangen. Für mich heißt glauben, Gott in mein Leben zu lassen. Und das setzt voraus, dass ich mich mit ihm auf den Weg mache. Auch bewusst die Entscheidung treffe, das zu tun. Und da gibt es viele Möglichkeiten. Ich kann beten, zum Gottesdienst gehen, singen, in der Bibel lesen, mich mit anderen Christen austauschen. Ich kann auch ganz praktisch für andere da sein. Ich kann Gott danken, ich kann klagen, ich kann mit ihm mein Leben teilen. Wie das ist, erlebe ich aber nur, wenn ich es ausprobiere. Sonst erfahre ich nie, wie es sich anfühlt. Ein Bekannter von mir weiß alles über die neuesten E-Bikes, aber fährt selbst nie los.

 

Durch meinen Glauben erlebe ich, dass ich geliebt werde. Ich kann mit Gott sprechen wie mit einem Freund. Ich kann mit ihm sogar über meine Schuld reden, die mich bedrückt. Das hat mich in manchen dunklen Stunden getragen und getröstet. Wer das einmal erlebt hat, der kann dann nicht mehr als Zuschauer danebenstehen und zusehen; der ist dabei und macht sich immer wieder auf den Weg. 

 

Ein Drahtesel mag auch mal Rost ansetzen und die Luft aus den Reifen verlieren. Auch das passiert. Beim Radeln wie im Glauben. Aber dann kann ich alles entstauben und vom Rost befreien. Und wenn die Reifen sich wieder mit Liebe und Hoffnung füllen, starte ich durch. Dann bin ich nämlich kein Zaungast mehr, sondern mittendrin. Und für andere da. Genau das meint der Satz aus der Bibel: „Seid Täter des Wortes und nicht Hörer allein.“ Mich lässt dieser Glaube jedenfalls nicht mehr los.


Immer genug Luft in den Reifen – beim Radfahren wie beim Glauben, wünscht Ihnen

Pfarrer Bernd Becker aus Bielefeld.

 

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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