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Kirche in WDR 2 | 15.09.2020 | 05:55 Uhr

"Da nicht für"

Also verglichen mit mir selbst, ist meine Frau in vielen Angelegenheiten des Lebens deutlich aufmerksamer als ich,

z. B wenn es um spontane Hilfsbereitschaft geht.

Sie sagt nach kleinen Gefälligkeiten immer „Da nicht für“.

Das heißt so viel wie „Kein Ding!“: dafür musst du dich doch nicht extra bedanken, das ist doch selbstverständlich für mich.

Und immer wenn ich „da nicht für“ von ihr höre, dann denke ich, das ist wirklich mehr als eine Höflichkeitsformel, das ist die Anleitung zu einem guten Leben.

Dabei geht es um die kleinen Gesten: ein geschenktes Ei für die Nachbarn, weil ohne das Ei wird nichts aus dem Sonntagskuchen!

Auch das freundliche Weitergeben eines Parktickets mit verbleibender Restparkzeit kommt immer gut an.

Es tut ja auch gut, wenn man nach der kleinen Hilfsbereitschaft mit einem „da nicht für“ antworten kann, denn gerade die kleinen Gesten tragen erheblich zu einem guten und glücklichen Leben bei. „Da nicht für“ – das klingt so, als ginge es um nicht viel. Aber ich finde: Hier geht es ums das große Ganze! Das gute Leben fängt im Kleinen an. Und da sind gerade die kleinen Hilfen entscheidend.

In großen Notlagen und Katstrophen zwingt uns der Staat sogar rechtlich zu helfen. Wer hier das Helfen ausschlägt, der begeht eine Straftat.

Unterlassene Hilfeleistung heißt das. Im Strafgesetzbuch steht da wörtlich: 

„Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“

Allerhand, dass der Staat das gesetzlich regeln muss.

dass es z.B. bei einem Unfall erste Bürgerpflicht ist, einen Krankenwagen zu rufen oder Erste Hilfe zu leisten. Ganz zu schweigen von den Gaffern die nur rumstehen oder womöglich noch Bilder  ins Netz stellen – statt etwas zu tun?

Aber wahrscheinlich haben genau diese Menschen das Ganze schon im Kleinen nicht verstanden. Wer kein Auge hat für den Blinden, der  eine Hand braucht, um über die Straße zu kommen, der hat dann auch keinen Blick für die kleinen Hilfeleistungen im Leben.

Natürlich gilt auch: Nicht alle älteren Damen, die scheinbar hilflos am Bürgersteig stehen, wollen wirklich auf die andere Straßenseite.

Jedenfalls sind   spontane Hilfsbereitschaft und ein wacher  Blick  auch für Kleinigkeiten ein echtes Geschenk für uns alle und gehören  zu einem guten Leben einfach dazu.

Für meine Frau jedenfalls ist das mit dem Helfen so selbstverständlich, dass sie das nicht an die große Glocke hängt und deshalb will ich das hiermit tun.

Mit dem Blick auf das große Ganze sage ich deshalb nur heute Morgen mal statt „da nicht für“: „da sehr wohl für“.

Und zusätzlich Allen, die hier im Lande im Kleinen wie im großen Helfen ein herzliches „Da sehr wohl für“ – Danke und einen guten Start in den Tag.

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