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Kirche in WDR 4 | 30.03.2020 | 08:55 Uhr

Bilder malen

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja.

Das ist diesmal besonders bitter, weil wir am Wochenende mit Kindern aus unserer Kölner Pfarrei St. Agnes wegfahren wollten. Mit den Kindern nämlich, die in diesem Jahr am Weißen Sonntag zum ersten Mal zur Kommunion gegangen wären. Wären, denn - tja, das Wochenende, aber auch das gemeinsame Fest der Kinder und ihrer Familien am Weißen Sonntag fällt ins Wasser.

Kommunion heißt auf Deutsch Gemeinschaft. Und jetzt, wo sich die Kinder nicht in echt treffen können müssen wir Kommunion neu buchstabieren. Was bedeutet Kommunion, wenn es eng wird? Wenn die Welt im Krisenmodus ist?

Meine Erfahrung der letzten Tage als Seelsorger ist ja: Wir brauchen jetzt erst Recht frohe Botschaften und Zeichen von Gemeinschaft. Die klar machen: Wir halten zusammen, auch wenns unmöglich scheint. Wenn nicht jetzt – wann dann?

Beim gemeinsamen Wochenende in Bonn wollten wir mit den Kommunionkindern ein großes Bild malen. Es hätte Szenen aus der einzigen Geschichte gezeigt, die wir von Jesus als Teenager kennen. Und die Geschichte geht so: Jesus ist mit seinen Eltern unterwegs nach Jerusalem. Die Familie will dort mit anderen Pilgern das Pessachfest feiern. Juden feiern es, um sich an die Rettung ihres Volkes aus Ägypten zu erinnern. Ein riesiges Freudenfest. Aber: Im Gewühl geht Jesus verloren. Die Eltern bemerken das erst auf dem Nachhauseweg. Voller Angst suchen sie den Jungen, laufen zurück und finden ihn, wie er vorwitzig mit Lehrern und Theologen diskutiert. Ein Zwölfjähriger! Hammer. Die Eltern schimpfen. Doch was sagt ihr Herr Sohn? Was sagt das Pubertier? „Hättet euch doch denken können, dass ich im Haus meines Vaters bin. Im Tempel. Pffft. Was regt ihr euch auf?“

Diese Geschichte ist eine Emanzipationsgeschichte. Kinder werden schneller erwachsen als man denkt und gehen ganz flott erste Schritte allein. Sie erschließen sich die Welt. Sind neugierig. Suchen ihren Platz. Finden Freundinnen und Freunde. Probieren etwas aus und verwerfen es wieder. Dabei ist es wichtig, eine homebase zu haben. Einen Ort, einen Hafen, eine Heimat. Ein Haus, das schützt und trägt. Eine communio, eine Gemeinschaft.

Die auch in der Krise hält. Auch in Zeiten vom Corona-Virus. Wo Menschen zu Hause bleiben müssen. Vielleicht krank werden. Wo Kinder ihre Freundinnen und Freunde nicht treffen können. Angst um Oma und Opa haben.

Wir haben überlegt, dass wir das Kommunionbild trotzdem malen. Jedes Kind sucht sich eine Szene aus der Geschichte aus und malt sie auf ein Plakat. Alle fertigen Bilder lege ich schon mal in der Agneskirche zusammen. Und wenn wir irgendwann die Kommunion feiern, irgendwann, wenn Oma und Opa und alle Freundinnen und Freunde wieder mitfeiern können – dann fügen wir alle Bilder zusammen. Zu einem großen Bild. Das hängen wir dann mitten in die Kirche.

Denn genau das ist doch Kommunion: Teil einer Gemeinschaft zu sein, die hält, wenn ich sie brauche. Vor allem, wenn Krise ist. Nicht nur an einem Montagmorgen.


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