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Kirche in WDR 2 | 10.04.2019 | 05:55 Uhr

Das schönste Auto der Welt

Ich sitze bei meinem Freund Uwe in der Küche. Wir sind schon zusammen zur Schule gegangen. Schick sieht es hier aus. Das Haus, die Möbel. Alles vom Feinsten. Auch der Rotwein, den wir trinken. Wir reden über dies und das. Vor allem über früher. Natürlich.
Er hat es geschafft. Richtig Karriere gemacht. „Ich hab jetzt auch endlich meinen Mercedes.“ Sagt er und lacht. Autos sind ihm schon immer wichtig gewesen. Schon zu Schulzeiten hat er sich einen Job gesucht und auf ein Auto gespart. Eisern. Für ihn gab es nichts anderes. Keine Reisen, keine Party-Wochenenden. Und mit 18 ist er der erste in der Stufe gewesen, der ein eigenes Auto hatte.
Erinnerst Du Dich noch? sagt er, An meinen ersten Wagen? Meine Güte, sage ich. Kar. Der klapprige Käfer. Das war eine furchtbare Kiste. Verbeult, rostig. Eigentlich ein Schrotthaufen. Stimmt. Uwe lacht. Aber ich bin damit herumgefahren wie ein König. Ich bin so stolz gewesen auf meinen Käfer. Ich habe mir eingebildet, alle Leute schauen mich an und denken: „Meine Güte, hat der aber ein schickes Auto!“
Hast du dir dann nicht irgendwann diesen Golf gekauft? Mit allen möglichen Extras? Ja, genau, sagt Uwe. Aber über den konnte ich mich gar nicht so richtig freuen. Weil ich gesehen habe: Alle meine älteren Arbeitskollegen haben alle einen Mercedes. Wie kann man sich da über einen Golf freuen?
Er erzählt weiter: Er hat sich angestrengt, Karriere gemacht. Und jetzt fährt er auch einen Mercedes. Wie alle anderen. Und ist unzufrieden. Sein größter Konkurrent hat nämlich mittlerweile einen Porsche.
Weißt du, sagt Uwe: Ich habe mittlerweile so viele Autos gehabt. Schicke Autos. Teure Autos. Aber ehrlich: Ich bin nie wieder so glücklich und zufrieden gewesen, wie damals mit meinem klapprigen Käfer.
Ich bin baff: Warum das denn?

Er sagt: Weil ich seitdem nie mehr den Blick gehabt habe für das, was ich erreicht habe, sondern immer nur auf das geschaut habe, was ich nicht habe. Und weißt Du was? Ich glaube, das geht mir nicht nur mit den Autos so. Sondern mit meinem ganzen Leben. Ich weiß gar nicht, ob er das hören will, aber mir fällt in dem Moment ein Bibelwort ein. In der Bibel steht schon: Vergiss nicht, was Gott dir Gutes getan hat! Im Alltag, da vergisst man manchmal, was man alles Gutes hat. Man jagt Träumen nach, aber übersieht das, was schon längst da ist. Vergiss nicht das Gute! Er schaut mich an. Trinkt noch einen Schluck Wein. Und nickt. Glücklich sein kannst du nur, wenn du bereit bist, das Glück auch wahrzunehmen. Und wenn du auch nur in einem alten, verbeulten Käfer sitzt - vielleicht ist das ja das schönste Auto der Welt.

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