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Kirche in WDR 2 | 07.10.2020 | 05:55 Uhr

Dichtungsding

Für mich sind sie ein Gebetsbuch- Die Corona-Gebete von Konstanze Ebel. Ein kurzer Reim, daneben ein Cartoon.

Gott, wie schwer ist‘s es oft zu seh’n,

welche Menschen mit uns gehen.
Kann man Nazis erst erkennen,

wenn sie in den Reichstag rennen?

Die Zeichnung daneben zeigt eine Frau, sie hält ein Plakat mit durchgestrichener Spritze hoch. „Nazis, wo denn?“, fragt sie. Hinter der Impf-Gegnerin sieht man eine riesige schwarz-weiß-rote Reichsflagge. Darunter etliche schwarze Springerstiefel.

Täglich zeichnet Konstanze Ebel einen neuen Cartoon. Mal ist es der Schulbeginn in NRW, mal ein Blick auf die Urlaubszeit und immer wieder die Schutzmaske. in ihren Zeichnungen thematisiert die Bonnerin die Pandemie und unser aller Umgang damit.

Gott, ich habe couragiert
meine Meinung demonstriert!
Wie die allermeisten Leute
trug ich meine Maske heute.

Manchmal wandert ihr kritischer Blick auch ins Ausland.
Neben einem flammenden Inferno steht:

Lieber Gott, es brennt der Wald,
bitte mach das Wetter kalt,
wie es Mister Trump verspricht.
(Klimawandel gibt’s ja nicht.)

Seit dem Lockdown im März malt und reimt die Bad Godesbergerin ihren Kommentar zur Lage. Mit vier Kindern in der hauseigenen Privatschule: Da hat sie kaum noch Momente ganz für sich gehabt. Deswegen hat sie begonnen, um fünf Uhr morgens aufzustehen. Bei der ersten Kanne Tee hat sie diese Bilder gemalt. „Das ist meine Art, meine Gedanken und Gefühle los zu werden“, so Ebel. „Und dem, was einen ängstiegen kann, eine humorvolle Seite abzugewinnen.“ Mit Humor die Angst ein Stück weit zu vertreiben.

Die Corona-Gebete seien nicht im eigentlichen Sinn Zwiegespräche mit Gott, findet die Germanistin und Kunsthistorikerin. „Aber sie haben einen wahren Kern, der Fragen stellt, die viele Menschen umtreiben und die sehr wohl in Gebete passen“, erklärt sie. Nachdem ihr Erstlingswerk im Freundeskreis gut ankam, malt Konstanze Ebel Seitdem sind fast 200 Cartoons entstanden. Erst haben sie im Schaukasten und den Fenstern der Pauluskirche in Bad Godesberg gegangen. Manch bebilderter Vers hat die Besucher und Besucherinnen zum Schmunzeln und Nachdenken gebracht. Jetzt findet man sie unter dem Namen „dichtungsding“ im Netz und auf Instagram.

Wenn mit diesem protestantischen Humor ein Stück Freiheit gewonnen werden kann, haben die Corona-Gebete einen guten Zweck erfüllt, sagt Konstanze Ebel. Und wer weiß, vielleicht beten auch Sie ab heute mit einem Lächeln auf den Lippen und einer neuen Freiheit im Herzen. Reinklicken lohnt sich! Das Dichtungsding!

https://dichtungsding.jimdofree.com/ und auf Insta: @dichtungsding (zuletzt abgerufen am 7. September 2020)

 

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

 

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