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Sonntagskirche | 12.07.2020 | 08:55 Uhr

Die Wüste blüht

Guten Morgen!

Vieles ist anders. Die Menschen sind anders. Ich bin anders. Schule ist anders. Abstände sind anders. Einkaufen ist anders. Arbeit ist anders. Und die Ferien sind auch anders. Bahnfahren ist anders. Gottesdienstfeiern ist auch anders. Sich begrüßen ist anders. Meetings sind anders. Party fällt aus. Bei so viel anders kann einem schon mal schwindelig werden.

Wo ist eigentlich das Navi für dieses Corona-Ding?

Wann kommen wir an? Und wo müssen wir hin?

Ich befürchte, ich brauche Geduld. Das wird dauern. Wir wissen nicht, wie lange. Wir wissen nicht, was noch kommt.

Es gibt keinen richtigen Plan. Und es gibt keinen einfachen Weg.

Was gibt es?

Unsicherheit, Dilemma und viele, viele bunte Masken.

Es gibt tastende Versuche nach neuen Möglichkeiten.


Der Weg durch die Wüste…


In der Bibel wird oft von Zeiten in der Wüste erzählt. Der Wüstenweg ist mühsam und bedrohlich. Ein Bild für die kargen Zeiten im Leben.

Und doch ist es immer wieder die Wüste, in der Menschen besondere Erfahrungen machen. Sie begegnen sich selbst und anderen neu – und sie begegnen Gott. Dem Leben selbst.


Ich erinnere mich an einen Aufenthalt in der Wüste in Israel: nur Weite und Sonne und Fels und Stein und das Flimmern in der Luft. Keine Ablenkung für Augen und Ohren.

Ich fühle mich klein angesichts der Weite und zugleich als Teil eines großen Ganzen. Und in der Stille um mich herum höre ich mich selbst anders. Deutlicher. Es ist schwer, in der Wüste mir selbst auszuweichen. Und es ist leicht, in der leuchtenden Weite eine Schöpfungskraft zu erahnen, eine Lebenskraft, eine Gotteskraft …


In der Bibel steht: Das Volk Israel wird aus Ägypten befreit und begibt sich auf den Weg durch die Wüste. Jeden Tag versorgt Gott die Leute mit Manna, dem Himmelsbrot. Jeden Tag neu gibt es genug für einen Tag. Davon Vorräte anlegen funktioniert nicht. Alles, was am Abend nicht gegessen ist, ist am nächsten Morgen verfault. Hamstern ist nicht drin…


Ein tolles Bild für den Weg durch die Corona-Wüste: Darauf vertrauen, dass mir jeden Tag wieder genug geschenkt wird: genug Geduld und Kraft, genug Hoffnung und Liebe, genug Gemeinschaft, genug zum Leben.
Jeden Tag genau so viel, dass es reicht – für diesen Tag.


Und manchmal blüht die Wüste. Ein paar seltene Regentage und aus dem trockenen Boden sprießt das Grün. Und dazwischen gestreut rote Farbtupfer der Anemonen. Ein wunderschönes Schauspiel, das sich nicht festhalten lässt. Es besteht nur für wenige Tage. Dann trocknet die heiße Wüstensonne wieder alles aus.

In Wüstenzeiten erinnere ich mich daran: Es gibt sie – die Momente, in denen die Wüste blüht.




Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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