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Kirche in WDR 3 | 29.07.2020 | 07:50 Uhr

Ein Lied explodiert

Guten Morgen!

Pfingsten 1975. Im Jugendhaus Altenberg präsentiert der Priester Winfried Pilz ein neues Lied: „Laudato si“. In Italien hat er die Melodie gehört. Der italienische Text, der ihn zu einer freien Nachdichtung anregt, ist 750 Jahre alt und stammt von Franz von Assisi. Winfried Pilz hat den Heiligen Franziskus schon immer bewundert. Dessen „Sonnengesang“ ist ein poetisches Lob auf die Schöpfung und Gott, den Schöpfer. Franz von Assisi fühlte sich eins mit den Werken Gottes, mit „Bruder Sonne“ und „Schwester Mond“. Winfried Pilz erzählt: „Ich habe mir gedacht, dazu müsste man eigentlich einen deutschen Text machen. Und der stellte sich fast wie von selber ein.“ (1)

Den Refrain ließ Winfried Pilz im altitalienischen Original. Franziskus hatte sein Lied im mittelalterlichen Dialekt seiner Heimat Umbrien verfasst: Laudato si, o mi signore – Gelobt seist du, o mein Herr. In neun deutschen Strophen singt Winfried Pilz nun das Lob Gottes. Er preist ihn für Meer und Kontinente, für Licht und Dunkelheiten, für Wolken, Wind und Regen. Nach Pflanzen und Tieren dankt der Mensch Gott für die Erschaffung des Menschen: „Er ist dein Bild der Liebe!“ Es folgt ein Glaubensbekenntnis: Jesus, unser Bruder, ist für uns gestorben und vom Tod erstanden.

Das Lied explodiert. Winfried Pilz, damals Rektor des Jugendhauses Altenberg, erzählt später, wie er es an Pfingsten 1975 den Jugendlichen beibrachte:

„Die griffen es auf und hörten gar nicht auf zu singen und fingen an zu tanzen“, erinnert er sich. (2)

Viele in katholischen und evangelischen Kirchen haben es seitdem so begeistert gesungen, getanzt, mit einfachen Gitarrengriffen begleitet. In Jugendgruppen, auf Konfi-Freizeiten, auf Kirchentagen. Manchen mag die mitreißende Melodie auch schon mal auf die Nerven gegangen sein: wenn sie ohne Ende fröhlich gesungen oder gar gegrölt wird. Aber das muss man aushalten. Das Lied ist ganz im Sinne der Psalmen des Alten Testaments, die zum vielstimmigen, ausgelassenen Lob Gottes aufrufen. Mit Gesang und Tanz, mit Hörnern und Harfen, mit Pauken und Trompeten, mit Flöten und Zimbeln. Der fröhliche Jubel über Gottes Größe und Liebe muss nicht unbedingt hohes künstlerisches Niveau haben. Es genügen auch mal wenige Akkorde auf der Klampfe, es darf auch mal ein Ton daneben gehen. Franz von Assisi und Winfried Pilz hätten sicher gesagt: Gott freut sich darüber.

Und wenn es jetzt nicht in Gemeinschaft möglich ist: Singen geht auch alleine im Bad, in der Waschküche, draußen im Wald oder Park… mit anderen draußen auf Abstand vom Balkon… Mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen kann das Loblied auf Gott trotzdem erklingen.

Gründe dafür gibt es viele. Jeden Tag.

 

 

Dass Sie heute etwas von dieser fröhlichen Dankbarkeit für Gottes Größe und Liebe spüren, wünscht Ihnen

Ihr Andreas Duderstedt aus Lemgo.

 

 

 

(1), (2) Der Papst, der heilige Franz und das bekannte Neue Geistliche Lied. Interview mit Winfried Pilz, 8.6.2015, katholisch.de

https://www.katholisch.de/artikel/5317-laudato-si-die-umweltenzyklika-und-das-beliebte-lied (letzter Abruf 15.07.2020)

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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