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Kirche in WDR 2 | 05.10.2020 | 05:55 Uhr

Ein Senfkorn rettet den Plastikmüll

Früh morgens schnappt sich Karin ihr Stand-Up-Paddel und los geht`s - hinaus aufs Meer. Der Wind ist schwach, das Wasser glatt, unter ihr ein türkisblaues Wunder. Aber was ist das? Eine zerfetzte Plastiktüte streift das Bord, dann kommt ihr eine zerbeulte Wasserflasche entgegen. Kurzerhand greift sich Karin den Müll und befestigt ihn mit Haltegummis am Brett. Aus der gemütlichen Paddeltour wird an diesem Morgen eine Müllsammelaktion. Immer wenn der Wind aus Osten kommt – so wie an diesem morgen - dümpelt besonders viel Müll in der Bucht.

Am Abend stellt Karin aus Köln eine große Kiste an den Strand. „Let‘s clean the ocean together“, steht dort in mehreren Sprachen. „Bitte packt alles Plastik hinein, das Ihr finden könnt. Das Ziel: eine Kiste pro Tag.“ Jeden Abend ist die Kiste gut gefüllt. Eine grüne Brille ohne Gläser, Plastikfetzen und Deckel und allerlei undefinierbare Teile aus Kunststoff. Karin entsorgt die Fundstücke dann ordnungsgemäß im Plastikcontainer.

Manche finden das vielleicht naiv. Sicher werden wir so die Meere nicht sauber kriegen, aber es stößt etwas an. Leute mit Hund wie ich nutzen die morgendliche Runde und sammeln nicht nur die Haufen ihrer Vierbeiner, sondern auch etliche Teile aus Plastik ein. Kleine Kinder fragen ihre Eltern, was es mit der Kiste auf sich hat. Und natürlich sind es die Kids, die am fleißigsten sammeln.

Dabei ist nur ein Prozent des Mülls, der über Strände, Abwässer oder Flüsse ins Meer schwimmt, überhaupt zu sehen. Der Rest sinkt in die Tiefsee. Wissenschaftler*innen haben das vor kurzem untersucht und waren geschockt. Quasi da, wo Karin gepaddelt ist, auf dem Meeresboden zwischen Korsika und Italien haben sie Unmengen von Micro-Plastik gefunden. Fast zwei Millionen Partikel, pro Quadratmeter wohl gemerkt. Ein Hotspot der Verschmutzung mit Plastik.

Am Ende gelangen die Teilchen übers Essen in unsere Körper. 200.000 Plastikkügelchen sind das pro Mensch im Jahr. Die Folgen für Menschen, Tiere und Pflanzen sind bislang ungeklärt. Aber mal ehrlich, gesund ist das bestimmt nicht. Oder würden sie Erdöl trinken, den Grundstoff von Plastik?

Karins Sammelaktion finde ich auch deshalb toll, weil sie mich an Jesus‘ Geschichte von dem Senfkorn erinnert. Es ist das kleinste Samenkorn, aber wenn es wächst, wird es ein riesiger Baum, der vielen Schutz bietet. Ich finde, wir brauchen ganz viele solch kleine Senfkörner, um unsere wunderbare Erde zu retten.

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

https://www.scinexx.de/news/geowissen/mikroplastik-rekord-am-meeresgrund/ (zuletzt abgerufen am 7.09.2020)

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