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Kirche in WDR 5 | 04.11.2019 | 06:55 Uhr

Erste Schritte

Guten Morgen,

Monday, Monday, Montag und wieder ein neuer Anfang.

Schritte ins Ungewisse.

Das Wochenende hinter mir zu lassen und wieder zu starten, kostet mich manchmal richtig Überwindung. Raus aus dem kuscheligen Nest zu Hause. Rein in die Welt – voller Überraschungen. So ist das meistens, wenn man mit etwas anfängt. Etwas Neues macht und die ersten Schritte geht. Wenn man zum Beispiel die Stelle wechselt oder eine neue Beziehung eingeht und vielleicht zusammenzieht. Oder wenn man eine neue Sportart ausprobiert oder anfängt, ein Instrument zu lernen. Oder wenn man umzieht, vielleicht aus der eigenen Wohnung in Betreutes Wohnen oder in ein Seniorenheim. Schritte ins Ungewisse – manchmal mit Vorfreude und einem mulmigen Gefühl gleichzeitig.

Einmal sitzen die Jünger Jesu in einem Boot auf dem See Genezareth. Nachts, bei Wind und ganz schön Seegang. Plötzlich sehen sie vor sich auf dem Wasser jemanden auf sich zukommen. Sie erschrecken. Da hören sie eine Stimme sagen: „Fürchtet euch nicht, ich bin es.“ Es ist Jesus. Die Jünger können nicht glauben, dass er es ist. Er war doch am anderen Ufer geblieben. Und jetzt ist er plötzlich bei ihnen? Petrus fasst sich als erster und ruft ihm zu: „Jesus, wenn du es bist, dann sag mir, dass ich zu dir aufs Wasser kommen soll und ich tu´s.“ Jesus ruft: „Komm.“ Und Petrus steigt aus dem Boot, einen Fuß nach dem andern, den Blick fest auf Jesus gerichtet und er spürt: Das Wasser trägt ihn. Solange, bis ihm bewusst ist, was er da eigentlich wagt. Er schaut auf die hohen Wellen sieht und spürt, wie ein scharfer Wind ihm entgegenweht. Er verliert den Halt und droht unterzugehen. Da spürt er eine Hand. Jesus hält ihn fest und führt ihn zurück zum Boot. Seine Worte: „Warum hast du mir so wenig vertraut, Petrus?“ Eine Geschichte von ersten Schritten, tastend und zugleich mutig. Das beeindruckt mich am meisten. Dass Petrus aus dem Boot steigt, sich ins Ungewisse, in Gefahr begibt. Er kommt aus seiner Komfortzone heraus und wagt erste Schritte.

Er überwindet sich selbst. Obwohl er nicht ohne Halt, ohne Anker, ohne Krücke losgeht. Da ist einer, bei dem er Halt sucht, Jesus. Und der macht ihm Mut: „Komm nur.“ Mit dem Blick auf ihn wird Petrus mutig und geht los. Ich sehe ihn vor mir. Wie er vielleicht tastend Fuß vor Fuß setzt. Manchmal sind es die kleinen Schritte, die zählen. Mich beeindruckt: dass Petrus überhaupt aus dem Boot aussteigt und losgeht. Wäre er nicht losgegangen, hätte er nie die Erfahrung gemacht, Vertrauen lohnt sich. Mit einem Menschen an der Seite, der mich hält, mit dem Blick auf Gott gerichtet, der bei mir ist, kann ich mutig sein und mich auch auf unbekanntes Terrain wagen. Auch in unübersichtliche Situationen. Ich muss keine Angst haben, dass die Wellen über mir zusammenschlagen. Ob man einem Menschen vertrauen kann, weiß man erst, wenn man sich mal auf ihn verlässt. Ob ich Gott vertrauen kann, erfahre ich erst, wenn ich mich auf ihn verlasse. Wenn ich mal etwas in Angriff nehme, was mir schwerfällt und wovon ich nicht weiß, wie es ausgeht. Und dafür all mein Gottvertrauen zusammen sammele. Einfach mal ausprobieren. Und vielleicht erleben: Gott ist an meiner Seite, auch wenn ich dachte, er ist ganz weit weg oder es gibt ihn gar nicht.


Ihre Pfarrerin Barbara Schwahn aus Meerbusch

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

 

 

 

 

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