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Kirche in WDR 3 | 20.09.2019 | 07:50 Uhr

Es ist aus!

 

Es ist aus! Diesen Satz kennen Sie, den kenne ich. Es ist der schlimmste Satz, den wir zu hören bekommen!
Es ist aus, sagt der Arzt auf der Intensivstation. Wir haben getan, was wir konnten, aber alle Hilfe hat nichts mehr genutzt. Wir haben unseren Patienten nicht mehr helfen können. Stellen wir die Maschinen ab. Ein Aus-Satz.

Es ist aus, sagt der Pfarrer zu seinem Beichtvater. Ich habe getan, was ich konnte, aber meine Kirche wird leerer und leerer. Die wenigen, die noch kommen, sind alt. Jetzt soll ich noch ein paar Gemeinden dazu bekommen. Ich bin am Ende. Es ist aus.

Es ist aus: der Satz fällt, wenn Beziehungen zerbrechen, wenn Arbeitsverhältnisse gekündigt werden, wenn Träume und Hoffnungen erlischen.

Aus-Sätze sind Todeserfahrungen.

Und es kommt nicht von ungefähr, dass früher die Infektionskrankheit Lepra hierzulande „Aussatz“ genannt wurde. Auch das war ein Sterben – mitten im Leben.  Zurzeit Jesu war diese Krankheit so sicher tödlich, dass die einzig richtige Reaktion darin bestand, die Allgemeinheit vor Ansteckungsgefahr zu schützen. Darum wurden Aussätzige isoliert und aus der Gemeinschaft ausgestoßen.

Was können wir noch machen, wenn wir einen Aus-Satz hören mussten? Es gibt zwei Möglichkeiten. Die erste Möglichkeit ist: Uns selbst aufgeben. Schon mal in Richtung Friedhof gehen. Im Mittelalter wurde für einen an Aussatz Erkrankten in seinem Beisein die Beerdigungsmesse gefeiert, und dann wurde er verstoßen. Übrigens wurde damals der Aussatz für die Region des heutigen WDR-Gebietes genau da diagnostiziert, wo heute in Köln der Friedhof Melaten ist. Hier war das zentrale Institut zur Begutachtung derer, von denen man meinte, sie seien „malad“. Und hatten die Ärzte von Melaten ihr Urteil gefällt: dann war es vorbei: Keiner kümmerte sich mehr um den Kranken, er war lebendig tot: ein Zombie. Wenn wir einen Satz: Es ist aus! hören müssen, fühlen wir uns auch innerlich wie tot. Was können wir tun? Uns selbst aufgeben?

Es gibt eine zweite Möglichkeit, von der die Bibel erzählt. Ein Aussätziger sucht Jesus, fällt vor ihm nieder und sagt: „Wenn du willst, kannst du machen, dass ich gesund werde.“

Ein solcher Vertrauensakt ist jedem Menschen möglich. Er besteht darin, auch dann noch auf Gottes Wirken zu vertrauen, wenn alles aus zu sein scheint. Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer hat das so formuliert: „Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will!“

Ein paar Mal konnte ich erleben, dass das stimmt. Völlig aussichtslose Situationen wendeten sich auf wundersame Weise zum Guten. Da war der Embryo, der nach mehreren Ultraschall Untersuchungen als schwer behindert galt. Die Ärzte rieten dringend zur Abtreibung: das Kind sei nach der Geburt nicht lebensfähig. Die Eltern lehnten die Abtreibung ab. Das Kind wurde geboren und war völlig gesund. Die Ärzte konnten es nicht fassen. Heute ist dieses Kind eine hübsche, junge Dame.

Oder die Situation, in der eine Familie mit krebskrankem Kind in ihr Heimatland abgeschoben werden sollte. Der war Asylantrag abgelehnt worden. Wie durch ein Wunder stellte die Behörde doch eine Aufenthaltsduldung aus. Zufall, sagen viele dazu, Glück gehabt. Ich denke, hinter solchen Zufällen steckt das, was Bonhoeffer sagt: „Gott kann aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen!“

Geben Sie nicht so schnell auf, wenn es aus zu sein scheint.

Planen Sie Wunder ein! Das wünscht Ihnen: Weihbischof Ansgar Puff aus Köln.



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