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Hörmal | 11.06.2020 | 07:45 Uhr

Fronleichnam – Jesus für alle

Autor: Jetzt ist Corona Zeit und alles anders. Die katholischen Prozessionen heute an Fronleichnam: abgesagt. Normalerweise wird der Leib Christi - symbolisiert durch eine geweihte Oblate - in einem Schaugefäß feierlich durch die Straßen getragen.

Warum Leib Christi, warum Oblate? Was hat das zu bedeuten? Kurz vor seinem Tod hat Jesus mit seinen Freunden ein Abschiedsessen gefeiert. In der Bibel heißt es:


SprecherIn: Da nahm er ein Brot, dankte Gott, brach es in Stücke und gab es ihnen mit den Worten: »Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Feiert dieses Mahl immer wieder und denkt daran, was ich für euch getan habe, sooft ihr dieses Brot esst!«


Autor: Im Andenken an dieses Abschiedsessen feiern Protestanten das „Abendmahl“, Katholiken die „Eucharistie“ - auf Deutsch „Danksagung“. Dank für das, was Jesus für uns getan hat. Im Tragen des „Leibes Christi“ durch die Straßen bringt die katholische Kirche den Dank auf ihre Weise zum Ausdruck. Dass die Prozessionen heute nicht stattfinden, auch nicht in der Stadt Essen, findet ausgerechnet die evangelische Pfarrerin Marion Greve sehr schade.


O-Ton Marion Greve: Ich bedauere das sehr.


Autor: Greve, leitet den Evangelischen Kirchenkreis in Essen. Gerne wären die Essener Protestanten heute wieder dabei, um die katholische Prozession vor ihrer Marktkirche zu begrüßen, der ältesten evangelischen Kirche in der Stadt


O-Ton Marion Greve: ursprünglich katholisch als Gertrudiskirche. Also ist das ja auch ein spannender Ort, an dem sonst die Wegstation stattfindet und wir auch gemeinsam ein Wort aus der Bibel lesen, gemeinsam beten und gemeinsam ein Segenswort sprechen.


Autor: Der Anstoß dazu kam vor drei Jahren vom katholischen Bistum.


O-Ton Marion Greve: Ich hab gerne Ja gesagt und hab natürlich für mich auch sofort überlegt, was bedeutet das eigentlich, wenn ich daran teilhabe -


Autor: - als Protestantin am urkatholischen Fronleichnamsfest.


O-Ton Marion Greve: Für mich ist das im Kern mit der evangelischen Brille gesprochen ein Christusfest, das heißt, wir feiern hier gemeinsam unsere Verbundenheit mit Christus, zeigen, woran wir gemeinsam glauben bei aller Verschiedenheit und bei all dem, was uns auch nach wie vor herausfordert, wenn wir über Abendmahlverständnisse und Eucharistie nachdenken.


Autor: Dass Jesus seinen Leib hingegeben hat, dass er für uns gestorben ist,


O-Ton Marion Greve: Das heißt für mich ganz konkret, dass nichts mich trennen kann von der Liebe Gottes. Und dafür bürgt eben Christus. Das ist ja ein wunderbares Zeichen gerade in diesen Tagen, wo wir Grenzen erleben, wo wir Krankheit erleben, wo wir Ängste erleben und wo wir auch mit dem Tod umgehen müssen. Und das ist für mich ein tröstliches Geschehen.


Autor: Tröstlich nicht nur für Katholiken und Protestanten.


O-Ton Marion Greve: Also Jesus hat ja nie exklusiv gehandelt, sondern hat sich immer an alle gewandt. Das gilt tatsächlich für alle Menschen. Es gilt für Christen, für Muslime, für Gläubige, für Nichtgläubige. Es ist ein inklusives Geschehen.


Autor: Dafür lohnt es sich, in die Öffentlichkeit zu gehen - nicht nur an Fronleichnam.




Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius


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