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Hörmal | 07.07.2019 | 07:45 Uhr

Gegen Rechtsradikalismus – Heribert Prantl im Gespräch

Autorin: Er ist ein Mann voller Leidenschaft. Er glaubt an Gott und das Grundgesetz– er will dass wir uns in Bewegung setzen – gegen Rechtsradikalismus. Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung. Berühmt und berüchtigt für seine Kommentare. Der Katholik setzt auf Begegnung – auch bei den Anhängern der AFD.

O-Ton: „Ich bin der Meinung, dass Begegnung wichtig ist, aber Begegnung mit Menschen nicht Begegnung mit einer Partei, die Rassismus predigt und die Fremdenfeindlichkeit predigt, die die Menschen aufeinanderhetzt.“

Autorin: Was ihn besonders ärgert, sind die Hetzkampagnen der AFD im Netz.

O-Ton: „In Mails, die mir geschickt werden, in – das ist etwas, was mich besonders aufbringt – in Pöbeleien, in Pöbeleien im Netz. Die AFD ist mit Schuld, dass das Internet zu einer Pöbelhölle geworden ist.“

Autorin: Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz ist nach Meinung des Juristen Heribert Prantl nicht

ausreichend. Vielmehr fordert er,

O-Ton: „… dass Menschen, die anonym hetzen, beleidigen, verleumden, übel nachreden, bedrohen, zu Gewalttaten auffordern, dass die bestraft werden müssen.“

Autorin: Noch gibt es keine Pflicht, dass die Provider die anonymen Personen benennen und die Bestandsdaten herausrücken.

O-Ton:Ein gewaltiger, gesetzgeberischer Fehler und ich bin der Meinung, dass hier tatsächlich  umgehend etwas geändert werden muss.“  

Autorin: Zugespitzt hat sich die Lage durch die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke Anfang Juni.

O-Ton: „Dass der Tod gefeiert wird, dass er bejubelt wird, ist unsäglich und das hier die präventive Kraft des Strafrechts nicht greifen kann, ist ein Skandal.“

Autorin: Sagt Heribert Prantl, der sechs Jahre als Richter und Staatsanwalt gearbeitet hat. Oft genug wird er für seine Kommentare persönlich angegriffen. Und wie geht der Chefkommentator der Süddeutschen Zeitung damit um?

O-Ton: „Ich schmeiß selten was weg, manchmal ist es ja so, dass man müde wird und matt und denkt sich: Mein Gott, wie oft muss ich das denn jetzt noch sagen und dann ist es ganz gut mal zur Hängeregistratur zu gehen, Überschrift Pöbeleien und Gemeinheiten, Schmutz  und Schund und da mal drei Minuten zu lesen, dann ist man wieder motiviert.“ 

Autorin: Aber was ist mit dem Volk – dem einzelnen Mann, der einzelnen Frau, deren Kommentare nicht jeden Tag auf der Titelseite einer renommierten Tageszeitung stehen?

O-Ton: „Mein Appell ist, nicht einfach alles geschehen zu lassen. Nicht zu sagen, kann ich eh nichts machen. Ich werbe dafür, dass jeder Einzelne etwas tun kann. Das ist wie bei einem Puzzle. Und wir - wir alle sind ein Teil dieses Bildes und dessen müssen wir uns bewusst sein.“

 

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