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Kirche in WDR 2 | 16.06.2021 | 05:55 Uhr

Gemeinsames Wachstum

Mit Wachstum kennen sich die meisten aus. Dass Wachstum zu Wohlstand führt, gilt fast schon als eine Binsenweisheit. Wachstum ist gut. Das haben die meisten tief verinnerlicht. Ob das auch für andere Lebensbereiche gilt? Da, wo man nicht als erstes an Wachstum denkt?

Wie ist das zum Beispiel bei der Liebe? Sie entsteht ja meistens sehr zaghaft: Ein kurzer Blick, ein sanftes Lächeln, das das Herz berührt... Aber vielleicht habe ich auch einfach nur zu viel BACHALOR oder PRINCESS CHARMING geschaut. Wenn diese inszenierten Beziehungen dann wieder auseinander gehen, werden die Fernseh-Promis kaum von sich sagen: Wir haben bei uns kein Wachstumspotential mehr gesehen. Allerdings: Wenn man zu den reichsten Ehepaaren der Welt gehört, sieht das offenbar anders aus. Melinda und Bill Gates lassen sich scheiden und haben vor einiger Zeit über die Presse verlauten lassen: „Wir glauben nicht mehr, dass wir als Paar in dieser nächsten Lebensphase gemeinsam wachsen können“.

Ich habe mich dabei ertappt, wie ich die beiden vor mir sehe: Beide sitzen an ihrem Computer, haben die Excel Datei geöffnet und schauen auf die Rechen-Bilanz ihrer Liebe. Das ist natürlich unfair. Denn wenn man so im Rampenlicht steht, verlangt die Öffentlichkeit nach einem Statement, und da fand die PR-Abteilung der beiden diesen Satz offenbar passend. Und wer weiß, vielleicht passt die Aussage ja wirklich zu den beiden. Sie glauben nicht mehr, dass sie gemeinsam wachsen können.

In der Bibel erzählt Jesus ein mal eine kurze Geschichte des Wachstums. Er sagt: Wenn Gott mit im Spiel ist, „ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und steht auf, Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst – er weiß nicht wie. Von selbst bringt die Erde Frucht...“ (Mk 4,26)

Der Vergleich mit der Natur zeigt mir: Wir haben nicht alles selbst in der Hand. Wir können nicht alles erzwingen. Wir können erst recht nicht alles kaufen. Wir bleiben angewiesen, dass gutes Gelingen, dass Wachstum und Gedeihen geschenkt werden. Im Beruf, in der Liebe, unter Freunden... „Segen“ nennt das die Bibel. Wer glaubt, rechnet damit, dass Gott auch da ist. Das befreit mich vom selber wachsen müssen. Ich darf scheitern. Ich darf neu anfangen. Ich kann klüger werden.

„Wir hatten gute und wir hatten schlechte Tage. Von den schlechten hatten wir zuletzt zu viele. Und nun ist uns auch noch die Liebe abhanden gekommen. Das ist schade, aber wir sind dankbar für alles, was wir miteinander teilen durften.“ So könnte es vielleicht lauten, wenn man nicht Bill und Melinda heißt.

Wir können die Liebe pflegen, gewiss. Aber sie versteht sich nie von selbst. Eigentlich auch eine Binsenweisheit.

 

Sprecher: Daniel Schneider

Redaktion: Landespfarrer Dr. Titus Reinmuth


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