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Kirche in WDR 2 | 09.10.2019 | 05:55 Uhr

Gewalt

Einer unserer Söhne ist Fan von Hertha BSC Berlin. Also sind wir irgendwann in die deutsche Hauptstadt gefahren: Unser Sohn wollte ein Heimspiel seines Lieblingsvereins live im Stadion sehen.

Damals hat Hertha in der 2. Liga gespielt und an diesem Wochenende stand das Derby gegen Union Berlin an. Nun bin ich schon ein paar Mal in Fußballstadien gewesen und habe auch schon Schalke gegen Dortmund gesehen. Deshalb habe ich gedacht: „Das kriegen wir schon hin.“

Dann sind wir allerdings schon tagsüber beim Sight-Seeing auf eine Horde Hertha-Fans getroffen. Und ich muss sagen: So viel geballte Aggression ist mir noch nie begegnet. Dass wir als Familie mit drei Kindern unterwegs gewesen sind, hat uns nichts genutzt. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass keiner von uns einen Schal oder sonst ein Fußballabzeichen getragen hat. Im Vorbeigehen hat mir sogar einer die Beine weggetreten. Zum Glück sind sofort ein paar Polizisten zur Stelle gewesen.

Später hat es dann in einer U-Bahn-Station jede Menge Randale gegeben. Deswegen haben wir ernsthaft überlegt, ob wir uns das Spiel nicht besser im Fernsehen angucken sollen. Letztlich sind wir doch ins Stadion gefahren und es ist auch alles gut gegangen. Das Spiel endete 2:2, was wohl für alle ganz ok gewesen ist.

Nun ist Gewaltbereitschaft unter den Fans im Fußball nichts Neues. Trotz aller Maßnahmen wird es auch immer Idioten geben, die ihre Gewaltbereitschaft im Stadion ausleben wollen. Allerdings wird niemand deswegen behaupten, dass Fußball an sich etwas Schlechtes sei.

Das ist auch richtig so. Man muss unterscheiden zwischen dem Fußball an sich - und Leuten, die den Fußball missbrauchen. Völlig klar. Ich frage mich nur, warum das beim Glauben nicht genauso selbstverständlich ist. Denn genau wie beim Fußball missbrauchen Menschen auch den Glauben, um anderen Gewalt anzutun. Oft natürlich in viel gravierenderem Maße, als das in Fußballstadien der Fall ist. Aber ist deswegen der Glaube an sich etwas Schlechtes?

Eher sind es doch - genau wie beim Fußball - einige verbohrte oder fanatische und gewaltbereite Menschen, die daraus etwas Schlechtes machen! Und dass es anders geht, hat man nicht nur beim Kirchentag in Dortmund gesehen. Wo über 100.000 Menschen friedlich miteinander ihren Glauben gefeiert haben. Sondern man sieht es an jedem Wochenende. Denn da finden die großen Polizeieinsätze nicht rund um Kirchen und Moscheen statt. Sondern rund um Fußballstadien.

Aber trotz allem Gewaltpotential bleibt für mich klar: Fußball ist etwas Herrliches! Genauso wie der Glaube etwas Herrliches ist! Etwas Verbindendes mit viel Zusammenhalt. Und mit viel Potenzial, das einer Gesellschaft gut tut.

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

 



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